Berliner Fresse

Jamies köstliches Weihnachtsmahl

Delikatessen,Freundeskreis by soph am 30. Dezember 2011

An dieser Stelle mal ein etwas anderer Artikel. Es geht nicht um ein Restaurant sondern um die Jamie Oliver App für iPhone und iPad. Der Artikel ist etwas länger geworden, ich hoffe trotzdem er stößt auf Interesse.

Ich bin seit langem ein großer Fan der Jamie Oliver App für iPhone/iPad. Es sind einige tolle Rezepte dabei, welche alle wunderbar für die App aufbereitet wurden. Wer die App nicht kennt: jedes Rezept ist in viele einzelne Schritte unterteilt und zu jedem Schritt gibt es ein Foto. Man kann so Schritt für Schritt kochen. Eine Einkaufsliste kann ebenfalls aus jedem Rezept generiert werden und beim Einkaufen kann man dann in der App die einzelnen Punkte abhaken. Wenn man die App kauft sind ein paar Rezepte enthalten, weitere Rezeptpakete kann man für 1,59 € dazu kaufen. Die enthaltenen Gerichte kann man sich vorher anschauen. Hat man die Rezeptpakete einmal gekauft, kann man sie genauso wie jede andere App immer wieder laden ohne sie noch einmal kaufen zu müssen, auch auf mehreren Geräten.

Fast alle Rezepte sind für 2 bis 4 Personen gedacht. Daher habe ich bisher meistens für mich und meine Freundin gekocht. Schon letztes Jahr zur Weihnachtszeit wurde ein Rezeptpaket speziell für Weihnachten angeboten, darin gibt es das »Köstliche Weihnachtsmahl« für 8 Personen. Ich hatte mir das ganze Jahr vorgenommen dieses Mahl dann auch zu kochen und habe das am 4. Advent für ein paar gute Freunde auch getan.

Jamies köstliches Weihnachtsmahl

  • Gebratener Truthahn
  • Rosenkohl mit einer speziellen Würzbutter
  • Geröstetes Gemüse aus dem Ofen (Möhren + Pastinaken)
  • Kartoffeln im Ofen gebacken
  • Chipolata Würstchen im Speckmantel

Die einzelnen Rezepte sind so konzipiert, dass man den Großteil der Arbeit am Vortag erledigt und dann am Tag des Essens eigentlich nur noch den Truthahn im Ofen bewachen und die anderen Beilagen in einer vorgegebenen Reihenfolge in den Ofen schieben muss.

Beschaffung der Zutaten

Wer schon ein mal ein paar Jamie Oliver Rezepte gekocht hat, wird es vielleicht auch schon erlebt haben, dass einige Zutaten in Deutschland nicht ganz einfach zu bekommen sind. Bei diesem Rezept haben mir vor allem die Chipolata Würstchen Probleme gemacht, letztendlich bin ich aber in der Fleischabteilung des Lafayette in der Friedrichsstraße fündig geworden. 1 kg Chipolata kosten dort 9,99 € die im Rezept empfohlenen 8 Chipolatas haben etwa 500 g gewogen. Außerdem ist es nicht ganz einfach einen Truthahn in passender Größe vor dem 23./24.12. zu kaufen. Letztendlich wurde ich kurzfristig bei Rogacki fündig. (Fantastischer Laden) Das einzige, das ich wirklich nicht bekommen habe, waren Maris-Piper-Kartoffeln. In England wohl die Nummer 1 unter den Kartoffeln, hier nicht wirklich zu bekommen. Habe ich dann einfach durch eine andere Kartoffelsorte ersetzt (leicht mehlig kochend)

Rosenkohl mit Würzbutter

Obwohl ich Rosenkohl überhaupt nicht mag, hatte ich mir vorgenommen ihn trotzdem zu machen und auch selber zu probieren, schließlich wollte ich mich möglichst genau an das Rezept halten. Der Rosenkohl selber wird ganz normal zubereitet (Das Säubern ist Aufwendig…), dazu serviert man eine spezielle Würzbutter die man selber herstellt. Dazu werden Pancetta, Maronen und Salbei in der Pfanne gebraten und dann in weiche Butter eingewickelt, so das man einen Butterbonbon erhält. Dieser wird über Nacht im Kühlschrank aufbewahrt. Vor dem Servieren wird die eine Hälfte direkt dem Rosenkohl beigemengt, die andere Hälfte in Scheiben mit auf den Tisch gestellt.

Geröstetes Gemüse

Möhren und Pastinaken werden am Vortag gekocht und in zwei verschiedenen Marinaden über Nacht eingelegt. Dann kommt alles eine Stunde vor dem Servieren in den Ofen. 20 Minuten vor dem Rausnehmen, werden die Pastinaken mit Honig übergossen. Das Gemüse wurde durchweg als sehr lecker empfunden

Kartoffeln im Ofen gebacken

Auch hier wurden die Kartoffeln am Vortag gegart und dann mit Olivenöl und Rosmarin mariniert. Über Nacht in den Kühlschrank und dann 1.5 Stunden in den Ofen bis sie langsam braun werden. Diese Beilage war für mich die enttäuschendste, Kartoffeln passen für mich aber auch irgendwie nicht zum Braten und leicht gebacken wird das auch nicht besser. Trotzdem waren sie als erstes alle.

Chipolata Würstchen im Speckmantel

Chipolata ist eine Wurst nach (vermutlich) französischem Rezept aus Schweinefleisch und einer Kräutermischung. Laut dem Internet sind sie in England und auch den USA zur Weihnachtszeit ein fester Bestandteil vieler Weihnachtsessen (Quelle: Wikipedia). Ich hatte den Namen vorher noch nie gehört.
Die Würstchen werden am Vortag mit 3 Salbeiblättern und Speck umwickelt. Dann 40 min im Ofen gegart bis der Speck schön knusprig ist. Schmeckt wirklich sehr sehr gut. Die werden wir im Sommer auch mal auf den Grill packen.

Die ultimative Bratensauce

Für die Bratensauce gibt es ein weiteres eigenes Rezept. Dazu kocht man entweder am Vortag oder auch mehrere Tage vorher (einfrieren) eine Basis für die Sauce. Diese besteht aus den folgenden Zutaten: Hähnchenflügeln, Speck, Sellerie, Rosmarin, Zwiebeln, Karotten, Lorbeerblättern, Salbeiblättern, Sternanis und einem ordentlichen Schuss Portwein. Das alles wird erst für eine Stunde im Ofen gebacken, dann auf dem Herd eingekocht und am Ende durch ein Sieb gedrückt. Sobald der Braten aus dem Ofen ist, wird aus dem ausgelaufenen Bratenfett und der Basis die eigentliche Sauce aufgekocht. Das Ergebnis war auf jeden Fall sehr sehr lecker.

Der Truthahn

Traditionell gibt es in meiner Familie zu Weihnachten, meistens am ersten oder zweiten Feiertag, eine Gans. Es gab auch schon mal Ente – Truthahn aber noch nie. Ich denke fast, dass es in vielen deutschen Familien nicht anders sein wird. Ein Truthahn kennt man eigentlich nur aus amerikanischen Weihnachtsfilmen.

Auch der Truthahn wird bereits am Vortag präpariert. Dazu wird die Haut der Brust vom Fleisch gelöst und eine Butter aus Thymian, Rosmarin, der geriebenen Schale einer halben Clementine und getrockneten Cranberries dazwischen verteilt. Innen wird er mit einer Füllung aus Schweinehackfleisch, Clementinen, Maronen, Rosmarin und Salbei vollgestopft.

Am eigentlichen Tag des Essens muss man den Truthahn dann im Ofen mit Alufolie bedecken und alle halbe Stunde mit seinem Saft begießen. Erst eine Stunde vor Schluss wird die Folie entfernt damit die Haut schön knusprig wird. Das Fleisch war sehr sehr saftig und überhaupt nicht trocken und hat sehr gut geschmeckt. Insgesamt war der 8.5 Kg Truthahn 6h im Ofen

Klappte wirklich alles so wie beschrieben?

Grundsätzlich ja. Allerdings sind eine Stunde vor dem Essen sowohl Würstchen, Kartoffeln und das Gemüse gemeinsam im Ofen. Mein Elektroherd hatte damit aber schon Probleme die Sachen in den vorgegebenen Zeiten wirklich entsprechend fertig zu backen. Man sollte wen möglich auf jeden Fall Umluft benutzen aber selbst damit haben die Zeiten nicht wirklich hingehauen.

Hat es geschmeckt?

Mir persönlich hat es sehr gut geschmeckt.

Auf jeden Fall sollte man die Arbeit am Vortag nicht unterschätzen. Mit den restlichen Einkäufen und den ganzen Vorbereitungen war ich locker zwölf Stunden beschäftigt und bin entsprechend fertig ins Bett gefallen. Am Tag des Essens ist es zwar deutlich entspannter, aber das Timing der Beilagen und dann auch alles Warm auf den Tisch zu bekommen ist nicht ganz einfach. Man hat aber wirklich nur knapp eine Stunde vor dem Essen sehr viel zu tun, die restliche Zeit kann man sich problemlos um seine Gäste kümmern.

Geschmeckt hat alles aber sehr gut und es gab keinerlei Beschwerden. Nur Rosenkohl scheint ein Gericht zu sein, bei dem jeder seine eigenen Erwartungen hat (Zu weich, zu hart, nicht matschig genug…) mir hat er zusammen mit der Würzbutter zwar geschmeckt, aber mir fallen trotzdem ein Haufen Gemüse ein, die ich lieber esse.

Hat alles geklappt?

Eigentlich hat alles geklappt, die Beilagen hätten alle vielleicht noch ein paar Minuten länger im Ofen bleiben können, aber ich hatte den Truthahn bereits tranchiert. Dadurch war dann das Fleisch etwas kühl beim Essen. Die heiße Sauce hat das aber wieder raus geholt. In jedem Fall sollte man die Platte auf der man das geschnittene Fleisch legt vorher anwärmen, das dürfte das Fleisch noch etwas länger warm halten.

Die Rezepte sind sehr gut aufbereitet, insbesondere die Trennung in zwei Tage hat sehr gut geklappt.

Würde ich es wieder machen?

Ja, und das habe ich auch direkt. Am Weihnachtsabend, habe ich das Rezept direkt noch ein zweites Mal gekocht. Beim zweiten Mal habe ich dann das Rezept doch erheblich abgewandelt, ich habe so gut wie alle Beilagen weggelassen und nur die Würstchen, die Sauce und den Truthahn nach Rezept zubereitet. Als Beilage habe ich mich dann für Rotkohl und Knödel entschieden. Das passte alles auch ganz wunderbar zusammen und man hat vor dem Essen noch weniger zu tun und muss nicht mehrere Sachen im Ofen fertig bekommen.

In jedem Fall ist die App für alle die gerne Köchen und ein iPhone, iPod Touch oder iPad besitzen eine absolute Kaufempfehlung. Wer die App einmal anschauen will oder das Weihnachtsmahl selber einmal ausprobieren möchte, kann hier direkt zur App springen:

Jamies Rezepte

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6 Kommentare zu 'Jamies köstliches Weihnachtsmahl'

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  1. mob sagte,

    am 31. Dezember 2011 um 05:05 Uhr

    schade…
    wenn schon solche bezahlten artikel, warum steht dann nicht wenigstens “reklame” drueber?

  2. soph sagte,

    am 31. Dezember 2011 um 10:28 Uhr

    Da steht nicht Reklame dran, weil wir generell uns keinerlei Artikel bezahlen lassen. Schon aus Prinzip nicht.

    Woran machst du das denn fest?

  3. Maike sagte,

    am 03. Januar 2012 um 12:50 Uhr

    Also ich finde den Artikel spitze.
    Vielen Dank für die Arbeit, die Du Dir damit gemacht hast.
    Ich liebe diesen Blog und die Bilder und finde mal sowas mit Rezept klasse. Werde sicher das Eine oder Andere nachkochen.
    Weiter so !!!

  4. Julia sagte,

    am 10. Januar 2012 um 17:14 Uhr

    Danke für diesen Artikel. Echt super, hole mir die App. Finde J.O. auch toll :-)

  5. Berliner Blogs bei ebuzzing.de – Ranking für Januar 2012 | world wide Brandenburg sagte,

    am 20. Januar 2012 um 07:29 Uhr

    [...] [...]

  6. Berliner Blogs bei ebuzzing.de – Ranking für Februar 2012 | world wide Brandenburg sagte,

    am 21. Februar 2012 um 05:57 Uhr

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