DE MOLEN – Holländische Snackbar in Friedrichshain
Auf meiner Watchlist hatte ich das De Molen schon lange. Immer, wenn ich daran vorbeiging, las ich, dass es hier frische holländische Qualitätspommes gäbe. Nach einem sportiven Tag hatten wir Bock auf was richtig reichhaltiges und machten uns zu dieser Frittierstube in der Neue Bahnhofstraße Ecke Boxhagener auf. Weder Immer-hungrig noch ich waren jemals in den Niederlanden noch in einem holländischen Imbiss. Deshalb waren wir gut und gerne 15 Minuten mit der Snackliste zu Gange. Von den Sachen, die da drauf standen, hatte ich noch nie was gehört: Frietsaus, Atoomoorlog, Frikandel, Kipkorn ….
Das Frikandel sprach mich am meisten an. Es handelt sich hierbei um ein Würstchen, das von der Konsistenz her einer Currywurst ohne Darm ähnelt, nur das das Fleisch angeblich pikanter gewürzt ist. Die Produkte liegen alle in einer Theke zu Ansicht und werden dann frittiert oder gebraten. Frikandel ist also eine Bratrolle und keine Frikadelle. Dazu habe ich mir Curry-Gewürz-Ketchup bestellt sowie besagte Pommes mit Frietsaus, eine leichte Variante der Mayonaise. Die Mayo enthält wohl weniger Fett und weniger Ei und wurde in den Niederlanden speziell für Pommes entwickelt.
Immer-hungrig wagte sich mehr und lies sich Hete Donder, Smulrol, Schinken-Käse-Soufflé mit Speciaal zusammenstellen.
Speciaal wird als holländischer Klassiker verkauft, wobei Frietsaus, Curry-Ketchup und frische Zwiebelwürfel über die Pommes verteilt werden. Hete Donder wird als “scharfes Teil” übersetzt. Es wird als scharfe Hackfleischrolle, gewürzt mit rotem Chili inklusive Körnern beschrieben. Das Smulrol ist gut gewürztes Hackfleisch in einer krokanten Teighülle und ähnelt wohl dem Chili con Carne – allerdings ohne Bohnen. Ein Schinken-Käse-Soufflé ist eine Teigtasche mit pikant gewürzter Käsefüllung und Schinkengeschmack.
Nachdem wir unsere Bestellung an der Theke aufgegeben hatten, nahmen wir Platz und ließen uns vom Orange der Inneneinrichtung sowie den zahlreichen holländischen Devotionalien flashen. Nebenher schlürfte immer-hungrig sein übersüßes Dr. Pepper und ich meine “Spa grün” Zitronenlimo.
Wenig später stand das Essen auf dem Tisch. Als erstes kostete ich die Pommes Frites. Von denen hatte ich mir am meisten versprochen, war jedoch enttäuscht. Da hatte ich mir was anderes vorgestellt – und zwar große, frisch geschnitzte, saftige Kartoffelstäbchen. Im Endeffekt waren es leider nur normale durchschnittliche Pommes. Das Frikandel erinnerte tatsächlich an eine Currywurst, die mir jedoch zu weich war.
Das holländische Fast Food wird nicht meine Leidenschaft werden. Dafür kann natürlich das De Molen nichts. Der gepflegte Imbiss, seine liebevolle Einrichtung und das überaus freundliche Team bleiben in bester Erinnerung. Gegebenenfalls lasse ich zu einem zweiten Besuch hinreißen, damit ich die Käsekroket probieren kann.
DE MOLEN
Neue Bahnhofstr. 26a
10245 Berlin




am 22. Januar 2012 um 02:01 Uhr
Da muß ich jetzt aber mal eine Lanze brechen für Demolen und die holländische Snack-Kultur. Grenznah geboren und aufgewachsen (20 km von Venlo entfernt) gehörte es früher bei jedem Besuch im Nachbarland dazu, eine typische holländische Frittenbude aufzusuchen. Aus diesem Grund habe ich mich natürlich sehr gefreut, als der Laden hier aufgemacht hat. Einige der klassischen holländischen Snacks sind für den deutschen Gaumen sicher gewöhnungsbedürftig, und man mag sich im Einzelfall fragen, was da drin steckt. Insgesamt finde ich aber, das Schöne an der niederländischen Fast-Food-Kultur ist eben diese witzige Mischung aus holländischen und kolonialen Einflüssen.
Absolute Klassiker, die eigentlich fast jeder mag sind Bami und das Kaas-Souffle. Die Frikandel schmeckt erst richtig gut, wenn man sie “spezial” bestellt (Currywurst ohne Sauce ist ja auch langweilig). Gleiches gilt für die Pommes, die erst durch die Auswahl einer Saus (oder zwei) zu dem wird, was man in Holland darunter versteht. Mein persönliches Highlight auf der Demolen-Karte ist das Sate-Menue, Hähnchen-Spieße mit Erdnuss-Sauce (die auch gut auf Fritten schmeckt), Pommes und kleinem Salat. Ich finde auch, Pommes aus frischen Kartoffeln und 2x frittiert, wie man sie in Holland manchmal bekommt, sind unschlagbar. Aber auch Demolen hat gute Fritten, manchmal erwischt man dort aber auch mal einen schlechten Tag.