Berliner Fresse

Albergo Ristorante Alp Grüm – ein Bahnhofsrestaurant in Graubünden

Anderswo Essen by OrgaQueen am 14. Februar 2010

Alp Grüm BahnstationDas war unser erster Winterurlaub in 11 Jahren, in dem wir einen der sechs kostbaren Skitage für einen Ausflug ohne Bretter opferten. Wir legten einen Tag Pause ein, um mit der Rhätischen Bahn von St. Moritz über den Bernina-Pass nach Alp Grüm zu fahren, vorbei an einer schneeweißen Bergwelt mit seinen atemberaubenden Bergen wie den Piz Bernina (4.049 m) . Diese höchste Eisenbahn ging vor 100 Jahren (1910) in Betrieb und gehört heute zum UNESCO Welterbe. Sie “tuckelt” mit 40 bis max. 65 km/h die Berge rauf und wer wie wir im Panoramawagen sitzt, genießt die schönste Aussicht (seines Lebens).

Die Fahrt von Celerina Staz nach Alp Grüm dauerte 1 Stunde und kostete ca. 9,20 €. Theoretisch kann man bis Tirano (Italien) weiterfahren und noch viel mehr Landschaft genießen. Uns reichte es, den spektakulärsten Abschnitt gesehen zu haben, denn uns interessierte viel mehr das von Horst Lichter hoch gelobte Essen des Bahnhofsrestaurants oben in Alp Grüm. Also stiegen wir dort aus und kehrten ein.

Als erstes sahen wir uns draußen um und gingen auf die große Terrasse. Von dort genossen wir die herrliche Aussicht bei klarer Sicht und Sonnenschein. Um uns herum nur Berge, Schnee und Himmel! Bei diesem Wetter kann man auch im Winter draußen sitzen. Jeder Sitzplatz hat ein eigene Decke. Wer nur einen Kaffee oder Tee trinkt, sollte das machen. Wir wollten länger bleiben und wären draußen sicher erfroren. Im Vergleich zur mondän anmutenden  Südterrasse sah es drinnen eher schlicht aus. Alles war sehr ordentlich und gepflegt, sicher auch vieles neu. Man braucht also keine Berührungsängste zu haben, wenn man als Ottonormalverbraucher hier her kommt. Hier sollte sich jeder wohl fühlen zumal sich im Laufe des Essens herausstellte, dass wir auf das Freundlichste empfangen und bedient wurden. Das Restaurant war voll. Fast der ganze Zug stieg aus und füllte den Laden. Nur zwei Personen kümmerten sich um alle Gäste und wir hatten nicht das Gefühl, dass Stress aufkam. Die beiden hatten immer ein Lächeln für uns, wenn sie an den Tisch kamen, machten sie ihren Job souverän und merklich gerne!

Nun zum Essen: Horst Lichter hat in seinem Video von den Pizzoccheri nach Art des Hauses geschwärmt. Für ca. 14 € hat sich immer-hungrig diese hausgemachten Buchweizennudeln mit Wirsing, Kartoffeln, Käse und Knoblauch bestellt. Dazu auf Wunsch die Puschlaver Mortadella für 2 Franken extra. Ich glaube, das war sein bestes Essen in der ganzen Woche. Er schwärmte bereits vor Ort ohne Unterlass als auch noch zu Hause in Berlin.

Ich habe mir auch was Einheimisches genommen, und zwar einen gemischten Puschlaverteller für ca. 13 € mit Bresaola, Rohschinken, Coppa, Misolta, Puschlaver Mortadella, Salami und Käse. Mein Foto vom dem Wurststeller lässt einem schon das Wasser im Munde zusammenlaufen! Wenn man sich jetzt noch vorstellt, dass es dazu frisch gebackenes Ringbrot mit Anis gab, das außen krustig und innen luftig weich war, dann dürfte auch dem letzten Leser spätestens an dieser Stelle der Zahn tropfen.

Und wenn wir schon mal in den Bergen sind, genauer gesagt in Graubünden mit allein 462 Dreitausendern, dann darf ein Kräuertee nicht fehlen. Beim Anblick der Bio-Kräuter in meiner Tasse – man beachte die blaue Blüte – wurde ich vollends davon überzeugt, dass dieses Bergrestaurant von Menschen mit Leidenschaft zur Natur und Heimatverbundenheit geführt wird. In die rote, dreiteilige Tasse mit den Kreuzen habe ich mich so verliebt, dass ich den Kellner bat, mir eine zu verkaufen. Für 20 Schweizer Franken hat er mir ein neues Exemplar mitgegeben.

So einen schönen, entspannten Tag habe ich selten erlebt. Weder im Restaurant, noch im Zug oder auf den Bahnhöfen mussten wir uns über irgendwas ärgern. Mir gefiel besonders dieses “Ein bisschen langsam sein”.

Albergo Ristorante Alp Grüm
CH-7710 Alp Grüm
Schweiz

www.alpgruem.ch.vu


Video: Horst Lichter in Alp Grüm

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Ein Kommentar zu 'Albergo Ristorante Alp Grüm – ein Bahnhofsrestaurant in Graubünden'

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  1. Elisabeth Erber sagte,

    am 29. März 2010 um 22:31 Uhr

    Guten Tag,

    vielen Dank für die positive Beschreibung unseres Betriebes und von Ihrem Aufenthalt in unserem Restaurant.

    Liebe Grüsse und bis bald auf Alp Grüm
    Elisabeth Erber

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