Berliner Fresse

Pasta e Basta – italienisch in West-Berlin

Essen in Berlin by OrgaQueen am 16. November 2009

Creme CaramelIm November 1989, also vor genau 20 Jahren, besuchte ich das erste Mal West-Berlin. Ich ging zu Fuß wahllos über einen x-beliebigen Grenzpunkt rüber. Nur gucken! Drüben angekommen, wusste ich gar nicht so richtig, was ich dort machen sollte und warum ich eigentlich rüber gegangen war. Es war sicher Neugier und außerdem gingen ja alle “rüber”. Ich hatte keine Vorstellung, Null Erwartung und keine Beziehung dorthin. Ernüchtert drehte ich nach kurzer Zeit wieder um und ging zurück nach Hause. Nach genau 20 Jahren ist es immer noch ähnlich. Es gibt selten Anlässe für einen Besuch im Westen. Ich habe nur einen Freund dort und wenn wir uns treffen, tun wir dies in Mitte.  Das soll sich allmählich ändern. Kreuzberg habe ich schon länger auf unserer Liste und wird nach und nach abgegessen. Zusätzlich kommen – aufgrund einer Fortbildung im Westen -  regelmäßige Stammtischrunden in Schöneberg, Charlottenburg & Co. dazu. Los ging es mit dem “Pasta e Basta” in der Knesebeckstraße unweit des Schillertheaters.

Wir hatten für unsere Mädelsgruppe vorbestellt und erregten beim Eintritt einige Aufmerksamkeit: stellt Euch vor, eine ausgelassene Horde von Frauen zwischen 25 und 50 Jahren betritt ein Lokal, in dem vorzugsweise geschäftstüchtige Schlipsträger oder reifere Pärchen an schick gedeckten Tischen sitzen, Wein aus großen Gläsern trinken und italienisch feinschmecken. Unsere lange Tafel stand jedenfalls bereit! Wir saßen ziemlich eng aneinander, denn der kleine Italiener arbeitete hart am Limit. Man hat uns bereits im Vorfeld gebeten, darüber nachzudenken, uns auf ein Essen für alle zu beschränken anstatt 14 verschiedene À la carte-Gerichte zu bestellen. Begeisterungsstürme rief das nicht hervor, doch die Mehrheit in unserer Runde stimmte dem “Einheitsessen” zu. So kam es, dass ich für 10 Euro einen Dreierlei Pastateller bekam. Serviert wurde je eine Hand voll Linguine mit Sahnesauce und Steinpilzen, Spagetthi mit Pesto und Rigatoni All’Arrabiata.

Die Linguine mit Sahnesauce und Steinpilzen waren echt klasse. Sahnesauce hört sich im ersten Moment erst mal schrecklich an, kann aber auch ganz leicht und bekömmlich schmecken – wie diese hier! Von Steinpilzen fanden sich ganze frische Stücke anbei und ich war schlichtweg begeistert. Die Rigatoni All’Arrabiata waren richtig schön scharf. Eine Seltenheit und deshalb gibt’s von mir die Höchstzahl von 5 Sternchen dafür. Nicht ganz so übereugt haben mich die Spagetthi mit Pesto. Mir war das Pesto zu ölig (fettig) und das verwendete Öl schmeckte zu streng hervor. Ich habe die Pestonudelportion nicht aufgegessen. Anderen am Tisch war wiederum das All’Arrabiata viel zu scharf, so dass sie es nicht essen konnten, aber legten sich dafür in die Pestonudeln förmlich rein.

Absolutes Highlight und das aller, aller, allerbeste an diesem Abend war mein Dessert. Gewöhnlich bestelle ich beim Italiener selten Tiramisu. Oftmals schmeckt der Alkohol zu sehr vor oder der Löffelbiscuit ist schon matschig. Unser Kellner empfahl mir jedoch ausdrücklich das hausgemachte Tiramisu. Da zur weiteren Auswahl “nur” Creme Caramel und Panna Cotta zur Debatte standen, und es keine Creme Brülee gab, nahm ich das Tiramisu. Eine wirklich vortreffliche und gute Wahl! Selbst auf meinem miserablen Handyfoto lässt sich die Qualität und Leckerigkeit nachvolliehen. Erste Sahne! Zum Preis von 5,70 Euro darf man das aber auch erwarten.

Das Pasta & Basta ist ein kleiner, feiner, gemütlicher Italiener ohne Allüren. Die gefürchtete übergroße Pfeffermühle steht hier ruhig auf dem Tisch und man bekommt sein Essen nicht lauthals hinterrücks über die Schulter gewürzt. Das “Wolle Pfeffer?”-Klischee und fette Sahnesaucen haben hier kein Zuhause.

Pasta e Basta
Nudelspezialitäten
Knesebeckstraße 94
10623 Berlin (Charlottenburg)

Telefon: 312 59 82
Mo-Sa 12-24 Uhr

http://pasta-e-basta-berlin.de

Inhaber: Merante Giuseppe

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3 Kommentare zu 'Pasta e Basta – italienisch in West-Berlin'

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  1. schtief sagte,

    am 16. November 2009 um 01:48 Uhr

    schoener bericht,arbeite um die ecke,werd mal reinschaun
    ..was ich an berliner italienern nicht mag ist das angepasste deutsche.
    also immer nur eine hauptspeise.. bekommst du nie in italien…. ich liebe meine primi piatti pasti und dann ein gutes fleisch oder fisch ohne viel beilagen

  2. Markus sagte,

    am 16. November 2009 um 11:32 Uhr

    Hallo Berliner Fresse!

    Ich mag die Seite sehr und lese immer wieder gerne die neuesten Erlebnisse. Nur schade dass die Bilder in keinster Weise mit den Texten mithalten können. Echt schade.

    Ansonsten: weiter so!

    Schnilp

  3. OrgaQueen sagte,

    am 16. November 2009 um 12:45 Uhr

    Hallo Markus, ich habe mir letzte Woche eine Digitalkamera bestellt, die in meine Tasche passt. Die habe ich dann hoffentlich immer dabei und ich kann für unsere Leser bessere und mehr Fotos schießen. Bis dahin! OQ

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