Berliner Fresse

Clärchens Ballhaus‎ – typisch Mitte, man lebt von Coolness

Essen in Berlin by OrgaQueen am 07. April 2009

‎Freitag Nachmittag in Berlin, Frühlingsanfang, Sonnenschein 20 °C, fast Wochenende. Alle drängen nach Clärchensdraußen: die Schwangeren, die Mamas, die Verliebten, die schönen Jungs, die Kreativen, die Touristen und wir, die Agenturmenschen, die zusammen zum Late Lunch gehen. Clärchens Ballhaus scheint bei diesen Voraussetzungen die beste Wahl zu sein, denn Clärchens verfügt über einen großen Außenbereich. Wir reservieren vorsichtshalber.

Als wir ankommen fällt uns auf, dass fast alle Sonnenplätze besetzt sind. Unser vorbestellter Tisch (verwitterte Bierzeltgarnitur) steht natürlich im Schatten wie ca. die Hälfte des gesamten Mobiliars. Wir versuchen mit dem Kellner zu verhandeln und einen Tisch in der Sonne zu bekommen. Keine Chance. Nicht mal Tischerücken ist erlaubt. Er lässt uns keine Wahl und setzt uns das Messer auf die Brust: Entweder wir nehmen einen Tisch drinnen im (Abriss-) Haus oder begnügen uns mit dem Tisch draußen im Schatten. Der Vorteil drauße wäre, dass wir einen coolen Kellner dazu bekämen. Seine schlagfertige Art hat uns überzeugt und wir begeben uns in seine Hände … Wie sich später herausstellte, konzentrierte sich Monsieur (sprich ‘Missjö’) ausschließlich auf seine Coolness und versagte mehrfach bei seinem eigentlichen Job.

In unserer Gruppe hat fast jeder was anderes bestellt. Die deutsche und italienische Küche des Ballhauses garantiert hohe Trefferquoten. Da ist für jeden Geschmack was dabei: von Pizza über Schnitzel bis Boulette. Ehrlich gesagt, find ich die Mischung sehr gewagt. Ich traue dem italienischen Koch nicht den hausgemachten Kartoffelsalat mit der Boulette zu. An diesem Freitag schien dafür ein deutscher Spezi am Herd zu sein, der zwar die Bouletten und den Erbseneintopf hinbekam, aber dafür bei der Pizza versagte.

Hinzu kam, dass zu den Bouletten der Kartoffelsalat vergessen wurde. Den mussten wir bei Missjö zweimal nachfragen und der wurde dann als Nachtisch serviert. Ohne Brot, ohne Deko, ohne alles. Nur ein Haufen Kartoffelsalat. Ein Essen und eine Getränkerunde gingen trotz mehrerer Rückfrage komplett unter. Zu meiner Suppe wurden mir Messer und Gabel eingedeckt. Den Löffel hab ich mir schnell selbst vom Servicetisch weggenommen. Chaos hoch drei. Mein Erbseneintopf war geschmacklich ok, leider aber viel zu dick, fast breiig und nicht heiß genug. Dafür schmeckte das Wiener Würstchen prima. Zu guter Letzt bemängele ich noch meine Berliner Weiße. Diese wurde im schnöden Limonadenglas geliefert und nicht stilecht im Kelch. Es klebte rundum, machte meine Hände klebrig und alles, was ich anfasste. Nerv. Der Kellner behielt die ganze Zeit seine gute Laune und sah das alles nicht so eng. Ich glaube, er dachte ernsthaft, alles im Griff zu haben und mit einem coolen Spruch die Gäste zufrieden stellen zu können.

Nichtsdestotrotz ließen wir uns von all dem die Laune nicht verderben und genossen die gemeinsame Zeit. Denn das Flair des Clärchens’ ist wirklich atemberaubend. Man sitzt im Hof eines vom Krieg fast zerstörten Hauses, unter großen Bäumen, in einem Garten mit Tulpen, an prominentester Stelle in Mitte mit Blick auf das flanierende Volk. Cool!

Gaststätte Clärchens Ballhaus
Auguststr. 24
10117 Berlin

(0)30 28 29 29 5
Täglich ab 12 Uhr – open end
Warme Küche von 12.30h bis 23.30h


www.ballhaus.de

* Ungefähre Zeit

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Ein Kommentar zu 'Clärchens Ballhaus‎ – typisch Mitte, man lebt von Coolness'

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  1. Todi sagte,

    am 04. Juli 2011 um 13:16 Uhr

    hallo:
    Anmerkung A) das ist keine Pizza Margherita, das heißt zumeist Pizza Napoli.
    Anmerkung B) was war denn schlecht an der Pizza? Teig zu zäh? oder der Rand zu dick?

    C) Grüße

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