Zur letzten Instanz – das älteste Restaurant Berlins
Eigentlich wollten wir im Fernsehturm Restaurant einen Eisbecher essen. Leider waren jedoch alle Tische belegt. So blieb uns nur, nach einem nächtlichen Blick über Berlin und die Schlange am neuen Saturn, die Suche nach einer Alternative.
Da wir in der Nähe waren, beschlossen wir der Letzten Instanz einen Besuch abzustatten.
Mein letzter Besuch liegt mittlerweile mindestens 10 Jahre zurück. Ich konnte mich nur noch dunkel an Bouletten und Schmalztöpfe erinnern.
Das Restaurant war knackend voll. Der Kellner besorgte uns aber ohne Umschweife zwei Plätze an einem Tisch mit 6 Bayern. Die Gruppe passte in etwa so gut ins Resto wie Cindy aus Marzahn ins Borchards. Das Tischgespräch drehte sich um Austern, italienische Küche und um die Kostüme des extrovertierten Künstlers.
Da wir eigentlich nur einen kleinen Hunger hatten, bestellte sich die Schoko-Soko eine Tagessuppe und ich nahm die Blutwurst (Zwei kleine Blutwürste vom Hausschlachter mit Rahmsauerkraut, frittierter Petersilie und Holzkohleapfel).
Die Tagessuppe war eine Kartoffelsuppe – und diese war leider total versalzen. Schoko-Soko lies die Suppe zurückgehen. Die Suppe kam erneut aus der Küche war aber nur irgendwie verdünnt und mit gebratenem Speck verlängert. Salzig war sie immer noch. Die Suppe war leider ein Totalausfall.
An dieser Stelle muss ich aber mal ein paar Worte über unseren Kellner verlieren. Sehr akkurat, sehr direkt, sehr aufmerksam und sehr professionell, oder wie die Schoko-Soko anmerkte „Ein berliner Großschnauze“. Die Suppe wurde anstandslos, ohne Diskussion zurückgenommen. Es wurde nach dem gescheiterten Nachbesserungsversuch auch eine Alternative angeboten. Keine Diskussion, keine Lamentiererei – nix. Als kleine Entschädigung gab es ein kleines Stück Kuchen. Der Nebentisch bekam auch Kuchen – wahrscheinlich hatten die auch die Suppe J. Die Suppenepisode wurde also doch noch gerettet.
Meine Blutwurst (oder besser alle beide) waren sehr lecker. Ich musste gleich mal auf der Website schauen wo die herkommen, und siehe da, sie sind vom Blutwurstritter aus Neukölln. Das Rahmsauerkraut war, wie auch der Bratapfel, lecker und passte wunderbar zur Blutwurst. Die frittierte Petersilie war überflüssig.
Als kleinen Nachtisch bestellte die Soko einen Warmen Mohnkuchen aus dem Ofen mit süßem Rahm. Köstlich.
Fazit: Mir hat’s geschmeckt, ich fand auch den Service gut. Die Soko hatte natürlich etwas Pech mit der Suppe, der Kuchen hat aber gemundet („sehr lecker“). Den Kellner fand die Soko etwas zu berlinerisch (obwohl selbst echte Berlinerin). Sehr amüsant waren auch die jungen Franzosen am Tisch, die nach den Bayern kamen. Sie bestellten kollektiv jeweils ein Eisbein und waren leicht entsetzt als sie das Essen bekamen. Es schien aber dennoch geschmeckt zu haben und nach dem zweiten Bier wurde mit diversen Fettresten und Knochen noch schnell ein Horrorvideo als Beweis gedreht, welch Leckereien ein Berliner verspeist.
Bildquelle: Wikimedia Commons
Zur Letzten Instanz
Waisenstr. 14-16
10179 Berlin
Tel: +49 30 242 55 28
Öffnungszeiten: Mo. – Sa. 12.00 – 01.00 Uhr
http://www.zurletzteninstanz.de


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