Berliner Fresse

emmas – die Qual der Wahl bei der Wahl der Schalen

Essen in Berlin by OrgaQueen am 23. März 2009

Das “emmas” ist eine Neueröffnung im DomAquarée. Für alle Unkundigen: es ist das Karée, das sich gedeckter Tischneben dem Berliner Dom befindet und das größte Aquarium der Welt beherbergt. Dieses Aquarium wurde zu AquaDom umbenannt (Aquarium am Dom) und dort lebt u.a der Napoleon-Lippfisch, der bei guter Pflege 3 m lang werden wird. Ich glaube, ich schieß mal ein Foto von Napoleon und stelle es hier ein …. Jedenfalls, das neue Lokal in der Mittel-Mall gehört zur Trattoria Peretti gleich gegenüber. Es sind dieselben Inhaber. Die Kellnerin kannte uns noch aus dem Peretti und hat sich richtig gefreut als wir eintraten.

Das Konzept des emmas’ ist (mir) völlig neu und ich habe es in dieser Art noch nirgends gesehen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es überhaupt verständlich beschreiben kann, versuche es aber hiermit.

Das Restaurant ist der gesamten Länge nach durch eine Wand getrennt worden. Dem Gastraum zugewandt, wird die Wand, die schwarz ist, als “Angebotstafel” genutzt, das heisst, alles, was es gibt, steht an dieser Wand. In derselben Wand, und zwar auf Augenhöhe, ist eine Art Glastheke eingelassen. Diese verläuft über die gesamte Länge der Wand von schätzungsweise 8 Metern. In dieser vitrinenenartigen Auslage werden alle Essen präsentiert. Man kann jetzt daran entlang laufen und sich überlegen, was man davon bestellen möchte. Falls man nicht genau weiß, was es ist, fragt man die Servicekräfte. Die Preise und genauen Beschreibungen der Essen kann man direkt darüber ablesen. Die Preise beziehen sich immer auf eine Portion, was keine Portion zum Sattwerden, sondern jeweils Teil eines selbst zusammengestellten Wunschessens ist. Eine Bestellung zum Sattwerden sollte aus mindestens 3 Schalen bestehen. Diese Größe haben auch die Servierbretter mit drei Einlässen für drei Schalen. Die Kellnerin bringt dann das Brett (ähnlich wie bei einem Meter Schnaps) und stellt dies auf dem Tisch ab. So kann man sich sein Menü selber komponieren und muss nicht zwangsläufig “Salat-HG-Dessert” nehmen, sondern wer mag, ist eben Gulasch / Chilli Con Carne / Lachs, was übersetzt “HG-HG-HG” bedeutet. Diejenigen mit weniger Hunger nehmen nur eine oder zwei Schalen. Größere Gruppen könnten sich jede Menge verschiedener Schalen bestellen, um alles zu probieren. Jeder pickt mal hier, mal da. Es ist ein bisschen wie in einer Tapas-Bar.

Mein Problem bei dem Konzept ist, dass man vor der Qual der Wahl steht. Es kostet einiges an Zeit bis man die Theke abgelaufen ist und sich entschieden hat. Man muss sich für 3 anstatt 1 Essen entscheiden. Das ist mir etwas zu anstrengend. Besonders für die knapp bemessene Zeit der Mittagspause ist das unpraktisch. Da trösten nur die 25 % Rabatt während der Lunch Time (Achtung! Bekommt man nur mit Clubkarte!).

Was passiert aber nun nach der Bestellaufgabe und hinter der schwarzen großen Wand? Die Bestellung wird nach hinten gegeben. Auf der anderen Seite der Wand arbeiten nämlich die Zubereiter. Köche kann man nicht sagen, denn die Zubereiter nehmen die Essen von hinten aus der Auslage und erwärmen diese in den Portionsschalen. Alle bestellten Portionsschalen kommen dann gleichzeitig auf besagtem Brett beim Gast an. Die Zubereiter sorgen auch dafür, dass die Auslage immer schön voll und appetitlich aussieht. Konzeptionell hat das den Vorteil, dass man nicht unbedingt eine Vollküche benötigt und alle Gerichte (woanders oder vorher) unhektisch vorbereiten kann.

Ich bin gespannt, ob sich die Gäste auf Dauer mit dem “emmas” anfreunden und die Macher damit Erfolg haben werden? Die ersten Tage nach der Eröffnung war es jedenfalls rappelvoll. Man kann zusätzlich nicht verleugnen, dass es ziemlich lecker und frisch geschmeckt hat. Die Vielfalt der Speisen wird einen großen Anteil am Erfolg haben. Das ist für jeden was dabei. Das Angebot reicht von Boulette bis Garnele, alles irgendwie im mediterranen Stil zubereitet.

emmas
new German cuisine
im DomAquareé
Karl-Liebknecht-Straße 5
10178 Berlin

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3 Kommentare zu 'emmas – die Qual der Wahl bei der Wahl der Schalen'

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  1. OrgaQueen sagte,

    am 17. April 2009 um 11:39 Uhr

    @Michael. Deinen Kommentar haben wir abgelehnt, da wir weder Fäkalwörter noch allgemein gehaltene, unkonkrete Behauptungen in unserem Blog dulden.

  2. dienettekellnerin sagte,

    am 11. Mai 2009 um 18:00 Uhr

    @OrgaQueen. Würdest du wieder ins emmas gehen?

  3. OrgaQueen sagte,

    am 11. Mai 2009 um 20:34 Uhr

    @dienettekellnerin: auf jeden Fall! Ich fand’s lecker.

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