Berliner Fresse

Bäckerei Konditorei W. Balzer – der letzte seines Standes

Essen in Berlin by OrgaQueen am 19. März 2009

In Mitte existiert noch eine richtige Bäckerei / Konditorei. Manch einer würde auch sagen, dass es sich um Käsekucheneinen alteingesessenen Ostbäcker handelt. Da ich aber nicht weiß, ob die Balzers schon vor Gründung der DDR fleißig backten, finde ich die Definition “Der Letzte seines Standes” treffender. Im Fernsehen lief mal eine tolle Filmreihe über aussterbende Handwerksberufe und die traditonelle Herstellung von Produkten. Mittlerweile könnte man das Backhandwerk dazuzählen. Ich habe das Gefühl, jeder sehnt sich nach wahrhaftem echtem Kuchen und ist abgenervt vom Einheitsbrot.

Die Bäckerei Balzer ist ein kleiner, niedlicher Laden ohne Schnörkel und Design. Hier wird gebacken. Mehr nicht. Es gibt keine großen, hell beleuchteten Schaufenster, keine Sitzplätze noch Stehtische und auch kein Kaffee zum Mitnehmen. Die Einrichtung ist original von früher. So kennt man den Bäcker noch aus der Kindheit! Hinter der Theke sieht man oft Oma Balzer (eine Annahme). Zumindest sorgt sie für Nachschub von hinten, wenn sich vorne die Regale langsam leeren. Wenn ich das nächste Mal dort bin, erkundige ich mich mal nach der Geschichte der Bäckerei.

Meine Lieblingsteilchen sind der Liebesknochen mit Vanillepudding und der Kranzkuchen.

Bäckerei Konditorei W. Balzer
Sophienstraße 30/31
10178 Berlin
Telefon 282 65 37

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7 Kommentare zu 'Bäckerei Konditorei W. Balzer – der letzte seines Standes'

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  1. immer-hungrig sagte,

    am 20. März 2009 um 11:53 Uhr

    Kleine Ergänzung: Es gibt ein schmales Steh-Tischlein entlang der Wand und es gibt auch Filterkaffee. Der Kaffee ist jetzt nicht gerade die Stärke der Bäckerei. Sicher mehr ein Zugeständnis an den Zeitgeist, denn wirkliches Engagement in der Coffee-Shop Branche – hehe!

    Es bleibt ein erstklassischer Bäcker mit Berliner Originalen hinter dem Tresen. Viele Gäste werden mit Namen begrüßt und alle werden freundlich behandelt.

    Meine persönlichen Favoriten sind der Kranzkuchen und die Makronen-Törtchen – genau wie der Bäcker: ECHTE KLASSIKER!

  2. JasperKoenig sagte,

    am 11. April 2009 um 12:56 Uhr

    Gut zu wissen, da ich es mir sonst in Berlin nicht mehr antue, ein Brötchen zu kaufen. Nur auf meine seltenen Besuche in Friedrichshagen freue ich mich lange im voraus. Dort gibt es noch einen Bäcker, der mit echtem Handwerk die Wende überstanden hat: die Dresdner Feinbäckerei in der Bölschestr.
    Auch die Tradition des bis auf die Straße Anstehens wurde bewahrt. Aber es lohnt sich!

  3. john sagte,

    am 13. Mai 2009 um 15:38 Uhr

    den bäcker gibts schon ewig…kuchen kaufe ich gerne ,besonders MAKRONENTÖRTCHEN-die warn früher größer.
    brötchen sind leider mit viel luft und backtriebmittel gemacht,also `ne echte ost-schrippe jibst da nich mehr…..

  4. zimex sagte,

    am 21. Mai 2009 um 16:52 Uhr

    danke für den Hinweis, ein Tip meinerseits wäre noch die Bäckerei Wenzel-Frankfurter Allee Ecke Samariter Str. im Friedrichshain, hier ist der Kuchen nicht die größte Stärke, aber Brot und Brötchen, insbesondere klassische Schrippe und Roggenmischbrot

  5. Grüne Kelle sagte,

    am 02. Juli 2009 um 15:38 Uhr

    Wer die Bäckerei Balzer mag wird auch den Bäcker Seidenschnur lieben. Nicht ganz so günstig liegt die kleine Bäckerei in der Gotzkowsystraße (Moabit) aber ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Man muss unbedingt den Berner Nusskuchen probieren. So etwas Leckeres habe ich in Berlin noch nie gegessen.

  6. Knerf sagte,

    am 01. September 2009 um 14:02 Uhr

    Ich war gerade in der Bäckerei – der neue Eigentümer des Hauses hat beschlossen den Besitzern mir nix dir nix zu Ende 2009 zu kündigen.
    Es ist schon sehr traurig wie der Bezirk nach und nach verheizt wird. Das Widerliche sind die skrupellosen Immobilienbeesitzer, die sich einen feuchten Dreck um die Traditionen, geschweige denn um die Arbeitsplätze scheren. Mit dieser Bäckerei ginge ein gutes Stück alter Berliner Kultur verloren – wer schützt diese Leute eigentlich, wenn nicht wir die Konsumenten und Bewohner? Und wer schaut den Berliner Immobilienheuschrecken auf die Finger?
    In der Bäckerei liegt übrigens eine Unterschriftenliste gegen die Schließung aus.
    ****bitte kopiert diese Nachricht und schickt sie an Freunde und Bekannte, Bäckerei Balzer darf nicht sterben!!!****

  7. immer-hungrig sagte,

    am 11. Oktober 2009 um 17:53 Uhr

    Letzte Woche habe ich in einer Lokalzeitung gelesen, dass sich das Problem mit dem Mietvertrag fast von selbst gelöst hat. Die Bäckerei kann wohl noch bis 2015 mieten und dann läuft die Mietzeit einfach aus. Wie bei jedem Gewerbemietverältnis muss dann neu verhandelt werden. In dem Bericht wurde auch der Vermieter zitiert. Sinngemäß war er ganz erstaunt über den ganzen Rummel, da er überhaupt nicht gekündigt hatte und der Vertrag normal läuft. Laut Bericht ist es nicht klar, wer nun recht hat. Es könnte aber gut sein, dass die Bäckerei Ihren Mietvertrag nicht richtig gelesen hat. Nun ja, Ende gut, alles gut. Ich kann mir weiter Rosinenkränze kaufen! Schleck-Leck!

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