Berliner Fresse

Tapas y más tres – spanisches Mitte-Mittelmaß

Essen in Berlin by OrgaQueen am 18. Februar 2009

Das ist der dritte Laden aus der “Tapas y más”-Reihe. Die Nummer 3 befindet sich in Mitte in der Gegend um Canarische Kartoffelndie Fischerinsel. Dies sei kurz vorweg geschickt, um Verwechslungen gleich am Anfang auszuschließen. Die meisten werden wohl eher nach der Nummer 2 (Schöneberg) suchen und sich nicht in die tote Neue Grünstraße verirren. Mir war der Laden aus einer meiner Mittagspausen bekannt. Und weil ich mich begeistern konnte, habe ich unsere Testgruppe eines abends hingebeten.

Unser Besuch bei diesem Spanier hatte Höhen und Tiefen und ich bin mir nicht sicher, was überwiegt. Von meinem Lunchbesuch war mir nur der vordere Bereich des Restaurants bekannt. In altrosa-rot gehalten mit einer schönen Bar konnte man hier in Ruhe Mittag essen. Bei unserem Abendbesuch platzierte man uns in den hinteren Bereich: ein riesen Raum mit Bühne für Events und großen bunten Wandmalereien. Von der Ruhe vorn bekam der Ballsaal hinten nichts ab. Wir hatten das Pech, dass fast alle Tische besetzt waren – teilweise mit größeren Gesellschaften – und es so den ganzen Abend sehr lautstark zuging. An unserem relativ kleinem 6er-Tisch war die Verständigung dadurch sehr schwierig, so dass ich den Abend als sehr anstrengend empfand. Hinzu kamen die gestressten Kellner (allesamt männlich und überheblich), die uns entweder warten ließen oder pflegehaft und planlos “bedienten”. Es gab keine Empfehlungen aus der Küche, keine Erklärungen zu den Speisen noch ein freundliches Wort.

Nun zum Essen: Ich glaube wir saßen eine Stunde ohne irgendetwas auf den Tisch zu bekommen. Da hätte ich mir zum Zeitvertreib mindestens Brot, Oliven, Aioli o.ä. gewünscht. Ganz knapp vor den Hauptgängen hat man uns auch was hingestellt. Leider hat mich die Knoblauchpaste nicht überzeugt. Und auch meine Garnelen in Knoblauchöl hätte ich mir pompöser und einfallsreicher gewünscht. Eine Chilischote oder anderes geheimnisvolles Gewürz hätte dem ganzen Pfiff gegeben. 6 Euro war diese Tapasvariante nicht wert. Vor allem, wenn ich an meine Black Tiger Gambas Tapas in Treptow denke, die nur unwesentlich mehr gekostet hat.

Als Hauptgang bestellten wir zu dritt die gemischte Tapasplatte für 3 Personen zum Preis von 32 €. Das schien uns ein fairer Preis zu sein. Die Lieferung fiel dann auch großmächtig aus zumal sich bei solchen Sachen im Vorfeld immer Bedenken auftun, man könne nicht satt werden. Die Auswahl der Tapas würde ich als Standard bezeichnen, da keine Highlights oder gewagte Kreationen aus der Küche dabei waren. Schade! Besonders misslungen fand ich die Datteln im Speckmantel, die viel zu matschig waren. Mehr als eine hab ich nicht gegessen. Ebenso langweilig und gummi kam der Gebackene spanische Käse daher. Bei den restlichen Teilchen kann man nicht viel falsch machen, aber auch kein Geschmackserlebnis bekommen. Das wären die allseits bekannten frittierten Sardinen, fertige Oliven, Tintenfischringe, getrocknete Tomaten, Meeresfrüchtesalat, Chicken Wings … der zweite Brotkorb kam nur auf Nachfrage und kostenpflichtig zu uns.

Vielleicht schreibt immer-hungrig oder soph noch was zu der Geschichte mit der Dreierlei-Soße. Ich beende meinen Bericht hier mit dem Fazit: ich muss da nicht noch mal hin. Überlegenswert wäre es nur, wenn man mal eine größe Gruppe unterbringen möchte und ggf. gucke ich mir das ganze noch mal im Sommer an, wenn man auf dem Innenhof schön draußen sitzen kann. Vielleicht komme ich dann mehr in Genießerlaune.

Tapas y más tres
Neue Grünstraße 17-18
10179 Berlin-Mitte
www.tapasymas-berlin.de

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5 Kommentare zu 'Tapas y más tres – spanisches Mitte-Mittelmaß'

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  1. soph sagte,

    am 19. Februar 2009 um 12:32 Uhr

    Dann schreibe ich mal was zu der Soße. Die Kurze Geschichte drückt dann glaube ich schon alles aus, was ich zu dem Tapas y más tres zu sagen habe.

    Zu unserer Platte, oder ich glaube so gar kurz vor der Platte, bekamen wir eine kleine Schale (Größe so wie bei den canarischen Kartoffeln, das für die ganze 32€ Platte) mit einer Schwarzen Soße drin an den Tisch. Aus dem Schwarz guckte in der Mitte ein wenig Orange und eine Einbildung von Weiß. Insgesamt sah es aber aus wie “das gehört zusammen”. OrgaQueen hat dann auch beherzt die Gabel genommen und das ordentlich durch gerührt.
    Irgendwann kam mal wieder der Kellner vorbei, ImmerHungrig fragt ihn, wie denn die Soße heisst. Der Kellner erklärt uns, dass das 3 Soßen sind. (Namen konnte ich mir nicht merken) Tja, Pech gehabt denken wir und erläutern, dass das alles ziemlich ineinander geschwappt war und wir daher dachten es wäre ein Spezial Dipp oder irgendwas.
    Und nun zu dem, was für mich den Abend beschreibt, in diesem Moment gab es für den Kellner drei Optionen:
    a) Schulterzucken und weggehen
    b) “Moment bitte”, weggehen und uns eine neue Schale bringen
    c) einfach die Schale, die er die ganze Zeit in der Hand hält auf den Tisch stellen
    Option a empfand der Kellner offensichtlich am passendsten und ging weg.

    Erwähnen kann man noch, das der Rest der Karte, also der “Nicht-Tapas”-Teil auch sehr verlockend aussah. Da gab es einige Gerichte die gut klangen. SagDochAuchMalWas wird dazu vielleicht in ein bis zwei Monaten hier noch etwas schreiben. Und dann haben wir an der Tür noch gelesen, dass an 3 anderen Tagen der Woche dort Livemusik ist, das wäre für mich persönlich ein ziemliches NoGo, andere finden das gut, darum hier die Erwähnung.
    Ich gehe da denke ich trotzdem nicht mehr hin.

  2. Sagdochauchmalwas sagte,

    am 19. Februar 2009 um 18:36 Uhr

    Haha, soph, Du kleiner Arsch ;)

    Richtig, ich hatte etwas aus der “Bloß keine Tapas”-Karte bestellt: Hähnchenbrust mit Seranoschinken und Käse gefüllt.
    War nett anzusehen, geschmacklich leider enttäuschend. Der Hahn, bekanntermaßen nicht der kräftigste Geschmacksträger, schmeckte hier sogar nach gar nichts. Den Käse hab ich auch nur gesehen. Einzig der Schinken war deutlich zu schmecken, er brachte dem ganzen Fleisch eine nette gammlige Note. Nicht sehr toll, entweder war der Schinken schon oll, oder dieser Schinken paßt einfach nicht dazu. Will sagen, dass ich nicht der Schinkenexperte bin, um den dort erlebten Geschmack zu schätzen.
    Die Kartoffel war aber gut.

    Zusätzlich hatte ich mir ein Töpfchen warme Chorizo-Wurst bestellt. Die etwas zu kalten Wurstels schmeckten auch bescheiden. Zusammen mit der eigenartig weichen Konsistenz hatte ich immer das Gefühl, auf fettiger Grütze rumzukauen. Den Hunger konnte man damit besiegen, aber irgendwann war Schluss damit und soph hat mir dann glücklicherweise geholfen (es muss ja (fast immer) gegessen werden, was auf den Tisch kommt).

    Fazit: Spanisches Essen bleibt einfach nicht mein Ding. Im Tapas y más tres konnte mich nichts eines Besseren belehren. Ich hatte nicht das Gefühl, dass man willkommen sei und gute Zutaten serviert bekommt.

  3. soph sagte,

    am 19. Februar 2009 um 18:45 Uhr

    Zur Verteidigung der Chorizo, die hat mir wirklich sehr gut geschmeckt.

  4. immer-hungrig sagte,

    am 21. Februar 2009 um 23:32 Uhr

    Meine Chorizo war genau, wie die von Sagdochauchmalwas.

    Für den Satz: “Die Kartoffel war aber gut.” gibts eine 1 plus!

    Auf unserer Platte für 3 war nach eine Art Kartoffelsalat, den ich nicht so schlecht fand und diese großen Kapern. Ich habe den Namen schon wieder vergessen. Die waren auch ganz ok.

  5. Reisetante sagte,

    am 06. März 2009 um 16:18 Uhr

    Na suuuuuper dass ich auf diese Seite gestossen bin und eure Berichte gelesen hab… wir sind heut abend in dem Laden auf ner Veranstaltung… und nu freu ich mich RICHTIG DOLLE auf das Essen dort und überlege, ob ich meine Teilnahme nicht kurzfristig absagen soll…
    Tatsachenbericht folgt…

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