Berliner Fresse

Zur Eisenhuette – erzgebirgischer Gasthof seit 1899

Anderswo Essen by OrgaQueen am 28. Dezember 2008

Seit nunmehr einem Jahrzehnt wurde ich an der Eisenhütte vorbeigefahren. Ich habe all die Jahre eine tolle Zur EisenhütteHausmannskost verpasst. Immer-hungrig war der Meinung, dass der Parkplatz vor dem Gasthof immer voller Autos gewesen wäre und er deshalb annahm, dass es drinnen keinen freien Tisch mehr gäbe. Im Umkehrschluss heisst das aber auch, dass es gutes Essen geben könnte, wenn immer Autos davor parken. So kam es nun doch einmal vor, dass der Parkplatz ganz leer war (ein Sonntagnachmittag am letzten Wochenende vor Weihnachten!) und immer-hungrig mich in die Eisenhütte einlud.

Der Gasthof wird seit 1899 durch die Familie Stiehler bewirtschaftet, die noch immer Inhaberin ist. Von dieser langen Tradition erzählt nicht nur der große Kachelofen, sondern auch Fotos, Gießerei-Andenken und Schnitzereien aus dieser Zeit. Gerade jetzt zur Weihnachtszeit schmückten Räuchermännchen, Pyramiden und Weihnachtssterne den Gastraum. Alle Andenken waren wohldosiert platziert, so dass man nicht das Gefühl hatte, in einem Meer aus Kitsch zu sitzen. Dafür gibt es den ersten Pluspunkt.

In der Speisekarte brauchten wir nicht lange wühlen. Unsere Entscheidung stand schon im Vorfeld fest: im Erzgebirge wollen wir was mit Klößen. Und siehe da, es gab eine extra Karte, die sich “Gerichte mit Klößen” nannte. Wir bestellten die Rindsroulade (8,60 €) und den Rindergulasch (7,95 €) mit Rotkohl und Klößen. Neben diesen Gerichten standen noch weitere leckere Sachen wie Sauerbraten, Roastbeefbraten, Lamm- oder Hirschbraten drauf. Alles auf einmal geht nicht und von daher freuten wir uns über das Angebot, das weitere Besuche erahnen lässt. Für die Klößekarte gibt’s den nächsten Pluspunkt.

Einen weiteren Punkt verdient das Essen. Immer-hungrig schwärmte fortwährend von der Pilzsuppe mit Knoblauch und seiner Roulade. Er bekam sie so, wie aus der Kindheit bzw. Heimat bekannt. Das selbe kann ich von meinem Gulasch sagen. Das Fleisch war ganz mürbe und schön würzig. Eine schöne dicke braune Soße, die  herrlich von den Klößen aufgesaugt wird. Hmmmh!

Zu guter Letzt waren wir auch noch mit dem Service sehr zufrieden. Die Dame(n) des Hauses ließe(n) uns nie sitzen und kümmerte(n) sich mit einer gewissen Zurückhaltung, aber dennoch unbemerkt intensiv um uns. Zum Ende unseres Essens kam sogar eine kleine Unterhaltung mit der Wirtin in Gange, die ineressiert nach unserer Herkunft und den weiteren Reiseplänen fragte. Ihre herzliche Art signalisierte zweifelsfrei ihre Freude darüber, dass wir uns für die Fotos und Geschichten des Restaurants interessierten. Diese erzählen unter anderem von den Hochwassern 1931 und 2002, dem Erzgießerleben, der Handwerkskunst und der Familie des Gasthofes.

Gasthof Zur Eisenhütte
Inh. Gisela Stiehler
Karlsbader Str. 97
08340 Erla Stadt Schwarzenberg
Telefon 03774 – 22228

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Ein Kommentar zu 'Zur Eisenhuette – erzgebirgischer Gasthof seit 1899'

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  1. Lange, Volkmar sagte,

    am 07. August 2009 um 15:49 Uhr

    der obenstehende Kommentar zur “Eisenhütte” ist in jeglicher Hinsicht zutreffend. Wir sind alljährlich und dies seit dem Jahre 1964 regelmäßig 3 bis 5mal als Mittagsgäste dort und fahren deshalb gern die 95 Kilometer bis dahin. Diese angenehmen Erfahrungen wünschen wir auch anderen Gästen. Nicht immer verspricht ein ansehnliches Haus auch eine gute Küche! Diese erfahrungen mussten wir auch machen. Einguter Indikator sind deshalb parkende Pkw vorm Haus und eine gut gefüllte Gaststube. Wer um die Mittagszeit in ein Gasthaus eintritt und findet sich als einziger Gast vor, sollte schnellstens wieder umkehren. Dann ist nämlich mit der Küche nichts los.

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