Berliner Fresse

Viet Bowl – kleiner Ableger mit großen Reserven

Essen in Berlin by OrgaQueen am 03. November 2008

Das Viet Bowl lockte uns mit der vietnamesichen Variante des chinesischen Hot WandbildPot und mit 20 % Eröffnungsrabatt. Wie man in unserem Blog nachlesen kann, haben wir schon das eine oder andere Mal Hot Pot gegessen. Von den bisher drei probierten Hot Pots landet der im Viet Bowl nur auf Platz 3. Das Ergebnis kommt nicht etwa durch lausige oder unfrische Zutaten zustande, sondern durch einige Mankos drumherum. Hier fasse ich kurz ein paar Stichpunkte zusammen.

  • die vorwiegend jugendlichen Mitglieder der Betreiberfamilie servierten in ihren Alltagsklamotten wie Baggyjeans und Sweater. Das passte überhaupt nicht zum ansonsten aufmerksam eingerichteten Restaurant.
  • Die Bedienung hatte mächtige Wissenslücken bei Nachfragen zu den Speisen auf der Karte.
  • Der Feuertopf kam nur mit einer Sorte Brühe, obwohl der Topf klassisch zweigeteilt war – für eine scharfe und milde Brühe.
  • Erst nach mehrmaliger, deutlicher Nachfrage kam eine Fischsauce zum Dippen. Üblich sind 3-4 verschiedene Sorten ähnlich wie beim Fondue. Ansonsten wäre kein einziger Dip dabei gewesen.
  • Im Gegensatz zu immer-hungrig, der seine zwei Vorspeisen und den Hauptgang prompt und fast gleichzeitig bekam, mussten die Hot Pot-Besteller locker eine Stunde warten. Als der dann kam, war immer-hungrig schon lange fertig. Als Gruppe möchte man schon gerne gemeinsam essen.

Die Hot Pot-Zutaten erschienen uns sehr frisch und bestanden aus einer Ladung Garnelen, Tintenfisch, Tofu, anderen Fisch, Muscheln, Gemüse und Reisnudeln. Im Topf war übrigens Ingwerbrühe. Das ganze kostet 15 Euro pro Person und machte satt. Für mich waren die Garnelen super & besonders lecker. Das Schälen der kochendheißen Teile war hingegend nicht so prickelnd, gehört aber dazu.

Video: heiße Garnele schälen

Man sollte auf jeden Fall viel Zeit einplanen und Sitzfleisch haben. Denn auf den Bänken ohne Rückenlehne wurde es für die meisten am Tisch schnell umbequem. Das häppchenweise Garen und Essen zieht sich dann auch noch mal hin.

Grundsätzlich kann man aber sagen, dass das Viet Bowl in dieser Ecke von Friedrichshain auf jeden Fall Potential hat und eine willkommene Alternative zu den Spelunken drumherum darstellt. An den beiden Abenden als wir dort waren, war es schon schwierig, einen Platz zu bekommen. Im Moment sieht es so aus als würden die Leute aus der direkten Umgebung die Neueröffnung dankend annehmen.

Den Hot Pot würde ich nicht noch mal nehmen. Dafür war er zu unprofessionell und lieblos gemacht. Alle anderen Gerichte überzeugten da schon eher durch Authentizität und Kreativität.

Viet Bowl
Vietnamesische Küche in Berlin
Straßmannstraße 41
10249 Berlin

Tel. 030-42014942
MO-SO 11.30-23 Uhr
www.vietbowl.de

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5 Kommentare zu 'Viet Bowl – kleiner Ableger mit großen Reserven'

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  1. Franziska sagte,

    am 04. November 2008 um 16:59 Uhr

    Wir waren letztens zu dritt im Viet Bowl und auch nicht wirklich begeistert. Das Essen war an sich lecker, aber ansonsten… Brühe war an dem Tag aus, also gab es keine Suppe mehr. Auf Nachfrage wurde uns dann gesagt, dass alle Gerichte auch vegetarisch zubereitet werden koennen (laut Karte gibt es nur ein vegetarisches Gericht und zwar eine Suppe). So wurde dann Schweinefleisch mit Gemuese in der vegetarischen Variante bestellt. Die vegetarische Zubereitung stellte sich so dar, dass einfach nur das Fleisch weggelassen wurde, es gab nicht einmal Tofu als Ersatz. Abgerechnet wurde dann jedoch der volle Preis. Das geht ja gar nicht! Als wir uns beschwerten, brabbelte der Herr an der Theke nur etwas und meinte dann, beim naechsten Mal wuerde man es anders machen. Das naechste Mal gehen wir allerdings lieber woanders hin…

    (Die Gerichte kamen bei uns uebrigens auch mit grossen zeitlichen Abstaenden an den Tisch.)

  2. OrgaQueen sagte,

    am 04. November 2008 um 21:10 Uhr

    Hallo Franziska, ich freue mich, dass du prompt deine Erfahrung bei uns gepostet hast, denn bei mir machten sich heute schon den ganzen Tag Zweifel breit, ob ich mit meinem Urteil nicht zu hart war. Wenn man viel essen geht – so wie wir – weiß man über die Jahre, was möglich ist und straft kleinere Fehler schneller und härter ab.

    Deshalb möchte ich an dieser Stelle noch mal betonen, dass das Essen durchweg sehr gut war und dies auch ein Grund wäre, noch mal ins Viet Bowl zu gehen. Diese Erfahrung habt ihr ja auch gemacht.

    Ferner haben sich die Inhaber große Mühe bei der Einrichtung und dem Farbkonzept gegeben. Es ist stimmig und wirkt offen metropolitan. Allein deswegen lohnt sich der Besuch. Das Lokal ist eine richtige Erfrischung und wird sicherlich weiterhin Anziehungspunkt in der Gegend um die Ebertystraße bleiben.

    Am Ende des Tages bin ich zu dem Schluss gekommen, dass das mäßige Drumherum als Anlaufschwäche gewertet werden sollte. Wir werden in ein paar Monaten einen neuerlichen Versuch machen.

  3. schtief sagte,

    am 05. November 2008 um 13:41 Uhr

    Was waren das noch für Zeiten, als der Laden dort vor etlichen Jahren aufgemacht hat. Ich hab damals in der Eberty gewohnt und bin öfters mal dorthingegangen. Ich glaube der Laden hieß was mit Bangkok und war ein normaler vietthai, der es vermochte gute Ente zu machen und verdammt scharfes zeug zu servieren.

    Wir einheimische nennen den urkultigsten (wenn nicht sogar ältesten) hinterzimmerSpäti daneben immer nach seinem jungen Besitzer “wong” und dem gehörte auch damals schon das Restaurant. Jetzt wo er es zu etlichem Reichtum gebracht hat (seit längerer Zeit steht sein V10 Touareg vor der Tür) werden seine Investitionen wohl hipper und schicker.

    Danke für den Bericht, ich schaus mir auch mal an.

  4. besseresser sagte,

    am 10. November 2008 um 19:16 Uhr

    die angegebene website verweist leider auf ein anderes restaurant….
    viele grüße und weiter so!
    gW

  5. OrgaQueen sagte,

    am 12. November 2008 um 15:59 Uhr

    @besseresser: das ist derselbe Betreiber. Die haben in F’Hain einen Ableger aufgemacht. Selbes Logo, gleiche Speisekarte, identischer Inhaber. Zumindest sind das Impressum auf der Website und das Impressum auf dem Bewirtungsbeleg identisch. Ich nehme an, dass die Website noch aktualisiert wird. OQ

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