No Kangaroo – dafür lahme Ente beim Heurigen in Kreuzberg
Na das war eine Pleite. Die Webseite des Restaurants, das Konzept der Agentur Walter Junger & Friends und
der gedruckte Bericht im “Prinz” hatten sooo viel versprochen. Alles hörte sich einladend und alles andere als langweilig an. Unsere Einladung hat eine interessierte, teilweise mit der österreichischen Küche vertraute 8er Runde zusammengeführt. Gegen 20:00 Uhr trudelten alle nach und nach ein. Das No Kangaroo war zu dieser Zeit eher spärlich besucht – mehr Personal als Gäste.
Die Dame vom Service hatte unsere Reservierung und schlug uns einen passenden Tisch vor. Die Einrichtung ist wirklich gut und zünftig gelungen und es wurde sehr aufwendig versucht das Heurigen-Ambiente nach Berlin zu bringen. Dafür gibt es einen großen Pluspunkt.
Das “Madl” kam recht flott zum Tisch, um die erste Getränkebestellung aufzunehmen. Hielt ich das gebrubbelte “Kom´tz mal mit” (Aufforderung uns den reservierten Tisch anzusehen) während der Begrüßung noch für einen missglückten Versuch authentisch zu sprechen, so merkte ich nun ziemlich schnell, dass das Madl heute nicht seinen besten Tag hatte. Man könnte auch sagen, recht maulfaul war. Naja, jedenfalls erklärte sie, dass das angebotene Schiwasser ein Leitungswasser mit Himbeersirup sei (bestellt von Orga-Queen). Außerdem hatten wir erwähnenswert noch Almdudler Brause und verschiedene Stiegl Biere. Am Tisch sorgte die Preisgestaltung bei den verschieden großen Getränkeangeboten für Unverständnis. Man wurde preislich irgendwie nicht so überzeugt, auch gleich mal ein großes Getränk zu bestellen. Aber da weiß ich nicht, ob das in Österreich so üblich ist! Hat jemand Erfahrungen – kosten da zwei 0,2l Cola auch weniger als eine 0,4l Cola (Beispiel 2x 1,60 € zu 1x 3,60 €)? Dazu kam, dass mein Stiegl Krug nur halb mit Bier gefüllt war. Man kann in so einem Steingutteil natürlich auch beim Einschenken schlecht sehen, was Schaum ist und was Bier. Deswegen unterstelle ich hier keine Absicht. Schön war es trotzdem nicht.
Auf Nachfrage ließ das Madl sich auch noch überzeugen und erklärte das Konzept des No Kangaroo. Die Getränke bringt der Service an den Tisch. Die Speisen holt man sich am Heurigen-Buffet und werden auch dort sofort abkassiert. Also nichts wie hin zum – zumindest im Konzept vollmundig angekündigten – Buffet. Und siehe da, der Anschiss lauert überall. Habe ich mich doch von den oben angeführten Informationsquellen einlullen lasse. Schon der Anblick der Speisen ließ mich – nicht unbegründet, wie sich wenig später herausstellte – an der Frische und Qualität zweifeln. Alles sah irgendwie so aus, wie kurz vorm Feierabend am Bahnhofsimbiss. Ausgetrocknet, oft nur noch ein Klecks Soße oder vereinzelte Klöße in den Warmhaltebottichen. Ganze zwei Käsekrainer schwammen im Wasser. Viele Gäste wurden offenbar nicht mehr erwartet. Vegetarier auch nicht, denn es gab nur eine vegetarische Kartoffelsuppe und eine Sorte Käse.
Egal, nun war ich schon mal da, hatte Hunger (wie immer) und auch schon ein paar Notizen für diesen Bericht im Kopf. Ich bestellt mit die Käsekrainer, Sauerkraut, Brot und ein Kompottschälchen Gurkensalat. Die Dame hinter dem Buffet konnte mir dabei überhaupt nicht helfen. Ganz entgegen dem oben verlinkten Konzept. Ich fragte mehrmals nach, wie ich meinen Teller möglichst authentisch bestücken könnte und hörte immer nur Geschwafel. Zur Käsekrainer – angeblich auch Eitrige genannt – wollte ich mir Senf aussuchen. “Was ißt man den da so dazu – süßen oder scharfen Senf?” Darauf bekomm ich zur Antwort “Ich habe süßen oder scharfen Senf zur Auswahl? Häh? Na ich entschied mich für den süßen Senf. Sie holt ein Kompottschälchen mit einem kläglichen Rest von süßem Senf – umrandet von den angetrockneten Senfrest – aus dem Buffet. Hm scheint nicht mehr zu reichen. Sie greift also in den Kühlschrank, um aus einer Squeezeflaschen Nachschub zu besorgen. Mit der Flasche zielt Sie dann in das vergammelte Kompottschälchen. Gott sei Dank war in der Flasche auch nur noch Luft drin. Ich nutze also die Gunst der Stunde und rufe “Ich nehme dann den scharfen Senf” Hallo was ist den da los? Erstens Refill in das dreckige Schälchen. Zweitens was machen die Servicekräfte da die ganze Zeit? War doch gar kein Gast da. Da kann doch alles wieder schön vorbereitet werden. Verbrauchsmaterial aufgefüllt und so weiter!
Am Tisch zurück erzählt mir einer der Begleiter, dass man zu meiner Käsekrainer eigentlich noch Kren isst. Der wurde mir am Buffet auch nicht empfohlen. Viel schlimmer war aber, das die Käsekrainer nur lauwarm war. Das Madl kam dann an den Tisch und fragte ob alles in Ordnung war. Ich erzählte ihr das mit der lauwarmen Wurst und Sie kam kurz danach wieder an den Tisch und kündigte Ersatz an. Sie schnappte sich unsere zwei gußeisernen Pfännchen und war weg. Die darauf folgende Wurst war dann viel wärmer. Dafür lagen auf dem einen Pfännchen nun Bratkartoffeln anstatt Kartoffelsalat und bei mir fehlte der Senf. Der Anschiss lauert … aber das hatten wir ja schon. Zu den Bratkartoffeln muss ich noch was sagen. Die schmeckten ganz schlimm nach Kühlschrank. Da hat der Koch bestimmt Kartoffeln vorgekocht und diese dann nicht schnell genug verbraucht. Dass die auch schon längere Zeit im Kühlschrank lagen, kann man auch an der sternförmigen Rissbildung in der Mitte der Kartoffelscheiben sehen. So was muss nicht sein. Einfach mal an der falschen Stelle gespart.
Überhaupt scheint die Küche das größte Problem zu sein. OrgaQueen wollte noch einen Einspänner bestellen (für sie das Ösi-Produkt schlecht hin). Aber denkste, aus der Küche kam die Rückmeldung: “Gibt es heute leider nicht, weil Schlagobers alle ist”.
Da fehlt wohl irgendwie noch einer, der den Masterplan umsetzt? Schade um das viele Geld für das Konzept, den krassen Ausbau und die abgefahrene Einrichtung.
Mein Tipp: Mal kurz reinschauen, um einen Kaffee vielleicht sogar den Einspännerzu trinken und – jetzt kommt´s – auf Toilette gehen. Die ist den Besuch Wert, wirklich!
Da ich mit meiner Herrentagsrunde aber mehr Gaudi als ein paar Einspänner haben wollte, bin ich mit den Jungs einen Tag später in die Kulturbrauerei gezogen. Gern hätten wir sieben auch am Donnerstag ordentlich Umsatz im No Kangaroo gemacht. Nach dem Test mit der Mittwochsrunde wollte ich das nicht mehr!
- Seife und Lotion im WC
- gemachter Tisch
- alles in Holz
- Fensterschaukasten
- Käsekrainer oder Eitrige
- Schnitzel Wiener Art vom Schwein
- Leberkäse
- Kümmelbraten
- Leberkäse und Landjäger
- alte Bratkartoffeln
- Buchtel
- Meinl Cappuccino
- Waldweg zur Toilette
- Herren WC im Wald
No Kangaroo
Muskauerstr. 13
10997 Berlin















(4,75 out of 5)
am 08. Oktober 2008 um 10:17 Uhr
Verwunderlich ist, dass es bei einem echten Österreicher Lokal kein richtiges Wiener Schnitzel gibt, sondern nur nach Wiener Art, also vom Schwein und nicht vom Kalb. Für meinen Kollegen, dem ich die Website gezeigt habe, ist das ein Grund, dort nicht hinzugehen. Nur mal am Rande!
Ich hatte den Kümmelbraten mit Bratkartoffeln und Speckkraut. Die Portion hat fette 9 Euro gekostet. Davon wird man nicht satt und geschmeckt hat es auch nicht. Normalerweise hätte ich mir noch Brot dazugekauft, damit die Fettigkeit im Magen schön aufgenommen wird. Aber im Brotkorb lagen noch ganze 2 dunkle Brötchen drin, die schlechter präsentiert waren als an jeder Tankstelle und ziemlich nach Backshop aussahen. Zudem wollte man dafür fast einen Euro haben, so dass ich das gelassen habe.
Als richtig lobenswert kann ich den Cappuccino hervorheben. Die dicke Schaumhaube sackte bis zum Schluss nicht zusammen. Besonders schön machte sich auch das rote Meinl-Gedeck.
Wer mal vergleichen möchte, wie ein Thekenbufet mit echt leckeren Gerichten und selbstgemachtem Brot auszusehen und zu schmecken hat, dem empfehle das LEBENSMITTEL IN MITTE http://www.berlinerfresse.de/2007/07/20/lebensmittel-in-mitte-feinkostladen-mit-deftig-suddeutschem-imbiss/. Die haben genau das gleiche Konzept nur ohne Skihütte. Dafür um Welten besser und unerreicht gut.
am 09. Oktober 2008 um 08:13 Uhr
Wie ernüchternd. In der Berliner Zeitung wurde das Lokal vor kurzem auch über den grünen Klee gelobt. Da hat wohl jemand gute Pressekontakte. Ich hatte es im Kopf schon unter “Da könnte man auch mal hingehen” abgespeichert. Schade.
am 09. Oktober 2008 um 13:27 Uhr
Ich habe den Laden schon eine Weile im Blick denn der Vorgänger dort war sehr gut. Als Vegetatierer habe ich mich aber nie angesprochen gefühlt und obendrein Buffett…mag ich auch nicht.
Das die Küche aber so schlecht ist hätte ich jetzt nicht gedacht.
Laut dem Bericht der Berliner Zeitung sollte man ja auch reservieren, dem ist wohl eher nicht so.
Zu den Getränkerpeisen, in Südtirol ist mir das auch schon mal passiert. 2 kleine Bier waren billiger als 1 großes und ich empfand das ebenfalls als sehr merkwürdig.
am 09. Oktober 2008 um 15:01 Uhr
Veggie schreibt dazu vielleicht auch noch was, aber als Vegetarier kann man das Ding überhaupt nicht empfehlen. Auf der “Karte” steht “vegetarisches Tagesgericht”, danach haben wir gefragt. Die Dame musste dazu in die Küche, kam zurück, “Ne ist aus, wenn dann nur noch Kartoffelsuppe”. Das hat Veggie abgelehnt. Damit war dann das Thema für die Dame hinter der Theke aber auch erledigt, keine Optionen, nix. Veggie hat dann nichts gegessen.
Das später die Würste nochmal extra in der Küche warm gemacht wurden, beweist eigentlich, dass da noch jemand war und das man auch wohl noch irgendeine Option hätte anbieten können.. Z.B. eine Portion Bratkartoffeln ohne Speck usw..
Ich hatte eine Portion Leberkäse und eine Landjäger. Leberkäse war Lauwarm, schmeckte auch irgendwie als ob er noch nicht fertig war, schlechtester Leberkäse bisher. Bratkartoffeln wie oben beschrieben, alles Lauwarm. Die Landjäger haben mir geschmeckt, SagDochAuchMalWas waren sie zu fettig.
Falls ich da jemals nochmal zu Fuß vorbei komme, würde ich unter umständen, schwerverhungert nochmal tagsüber einen Leberkäse probieren… Aber eigentlich wohl eher nicht, nein danke.
Vorschlag ans Konzept: Macht doch Abends eine kleine Karte, macht das Essen frisch und bringt es an den Tisch. Gerade wenn es in der Woche nicht so Wahnsinnig voll ist. Ihr spart euch die gelangweilte Bedienung hinterm Buffet und den Gästen schmeckt es vielleicht. Dann könnte man auch darüber nachdenken, es noch einmal zu probieren.
am 14. Oktober 2008 um 09:00 Uhr
Hmmm… also ich hab all die Kommentare gelesen und wollte mich als Österreicher selber davon überzeugen. Ich war also letzten Sonntag im No Kangaroo, als ich um 12:00 Uhr dort auftauchte wurde ich zum Brunch begrüßt. Ein volles und vor allem frisches Heurigenbuffett und soviel Schlumberger Sekt wie man will, bezahlt habe ich für eine Person 16,50€. Kulinarisches Resumee: Als Österreicher war ich von den original öst. Produkten begeistert, besonders der Wacholderschinken aus Salzburg war delikat!!! Auch das seperate Heurigenbuffett hat mich begeistert, tolle Sachertorte war dort das Highlight wie ich finde! Unschlagbar war neben dem Essen auch die Einrichtung des Restaurants. Wer es nicht gesehen hat, war nicht dabei!!! Ein Birkenwald auf dem Weg zur Toilette, Sessellifte an der Bar und Skigondeln (allerdings noch nicht in Betrieb) ausserhalb des Restaurants.
Alles zusammen muss ich sagen ich werde wieder kommen, tolle Mitarbeiter, leckeres Essen, geile Atmosphäre…. ein kleines Stück von daheim … auch in Berlin
am 14. Oktober 2008 um 13:57 Uhr
Hallo Ösi, kann Dir nur Recht geben. War letzte Woche auch da und hab mich einfach nur wohlgefühlt – und das als Nicht-Österreicherin
Bei uns war das Buffet ganz frisch und es gab auch vegetarische Gerichte (Kartoffelsuppe und Gemüsestrudel) – unsere Highlights waren aber auf jeden Fall die Brettljause (ich war danach schon fast satt), der Kümmelbraten (super knusprig) und der Leberkäse mit Pfefferoni…der Koch hat uns erzählt, dass alle Speisen von einer Metzgerei aus dem Salzburger Land kommen. Wir fanden es super lecker und werden auf jeden Fall nach Deinem Kommentar auch bald den Brunch probieren…so viel Sekt wie man möchte, klingt nämlich klasse!
am 15. Oktober 2008 um 20:06 Uhr
Also ich war auch am letzten Sonntag zum Brunch da und fand es super!!!!! Die Bedienung war super nett und sehr zuvorkommend. Selbst mit quengeligem Baby konnte man ganz entspannt dort sitzen und frühstücken. Das Essen war sehr sehr lecker und reichlich, Ich bin zwar keine Österreicherin, bin aber überzeugt, dass alle Speisen originale Spezialitäten waren. Daher kann ich mich den vereinzelten kritischen Meinungen nicht anschliessen, aber manchmal haben ja auch Gäste einen schlechten Tag …
am 15. Oktober 2008 um 21:46 Uhr
Vielen Dank für eure Meinungen. Es ist schön, das dies hier der erste Beitrag von uns ist, der innerhalb von 48 Stunden gleich 3 Meinungen völlig neuer Leser bekommt. Welche dann auch noch mehrere Zeilen Text hinterlassen und auch noch alle dort essen waren. Super! Willkommen!
Wir haben einfach nur beschrieben wie es uns ergangen ist, wie man an anderen Einträgen auf der Seite sieht, sind wir alles andere als “Schlechtmacher”. D.h. unseren “Maßstab” sollte man an allen Beiträgen messen.
Vielleicht ist es Paranoia, und ich bilde mir das nur ein, aber irgendwie drängt sich mir der Verdacht auf, dass hier die Agentur, die das Konzept entwickelt hat, besser ist, oder es zumindestens versucht zu sein, als das Restaurant in dem wir vor zwei Wochen einen Abend verbracht haben. Weiter so! Und wenn man mit der PR durch ist, kann man vielleicht wieder mal was am Service tun, immerhin steht das ganz oben im Leistungsspektrum.
am 28. Oktober 2008 um 18:55 Uhr
Servus, ich bins wieder! Liebe/r soph, leider muss ich dich enttäuschen… weder Gastro- noch Marketingexperte bin ich, lediglich ein frisch zugezogener Salzburger in Berlin.
War jetzt einige Zeit auch nicht mehr dagewesen und hab ein paar andere Restaurants ausprobiert….jolesch etc….
Naja, was soll ich sagen, also ich kann schon verstehen dass dieses Restaurant auf einige Kritik stößt, es tanzt ja schon einigermaßen aus der Reihe in vielerlei Hinsicht. Auch in der Presse gibt es mittlerweile immer mehr Berichte und Kommentare darüber die mir unterkommen.
Ich war letzten Freitag wieder kurz dort, ein schnelles Bierchen, eine Brezen und ein kleiner Schnaps mit Freunden, das war der eigentliche Plan. Naja, im Endeffekt haben wir uns dann nahc einigen Halben doch noch für eine Brettljausn für vier Personen entschieden und den Pfefferoni Leberkäse probiert.. sehr lecker wie wir alle fanden!!
Da wir eine Gruppe Österreicher waren blieben wir nicht lange unentdeckt und wurden durch den Wirt persönlich begrüßt. Der hat sich typisch österreichisch und natürlich sehr herzlich um uns bemüht…. war wieder einmal ein Stück Heimat weit weg von daheim
Auf bald im No Kangaroo… wir freuen uns schon!
am 29. Oktober 2008 um 18:02 Uhr
Servus an alle Hobbykritiker,
da ich (zugezogener Mecklenburger und fernab von österreichischer Esskultur) mich vor kurzem mit Freunden am Görlitzer Bahnhof verlaufen habe, fand ich dieses äußerst amüsante Restaurant. Unser Plan für den Abend war es eh noch schnell etwas zu Essen bevor eine der berühmten Berliner Partynächte für uns anbrechen würde. So entschieden wir uns einen Blick zu riskieren und waren von der außergewöhnlichen Einrichtung mehr als nur angetan. Holzverkleidung wie in einer alpinen Berghütte, Service im Dirndl oder in Lederhosen, Birkenlaub aud dem WC (back to nature) und Skilifte als Barhocker. Einfach genial! So stell ich mir persönlich ein Restaurant vor, welches versucht auf authentische Art und Weise die Vorzüge seines Heimatlandes in Sachen Bewirtung zu präsentieren.
Also haben wir nicht lange überlegt und uns an das frische Büffet gemacht. Ich persönlich bin ja ein passionierter Fleischesser und habe mich daher an das Schnitzel gemacht, einer meiner Freunde ist aber Vegetarier und leider nur schwer satt zu bekommen. Aber nicht an diesem Abend. Nachdem er die Salatauswahl gierig begutachtet hatte, hat ihn auch schon die Servicekraft weitere vegetarische Gerichte angeboten. So zufrieden schlemmend hab ich meinen Kumpel schon lange nicht mehr gesehen. Und auch der Rest unserer Gruppe war vom Essen begeistert. Da jeder etwas anderes genommen hatte, konnte jeder von jedem etwas probieren und ich muss sagen, dass das Schnitzel super war aber nächstes mal nehm ich den Kümmelbraten. Richtig lecker!
Nachdem wir uns ausgiebig gesättigt hatten, hätten wir eigentlich weiter ziehen können aber der Barkeeper hat uns zur Verdauung erstmal einen österreichischen Obstler angeboten, welchen wir auch dankend annahmen. Dies hatte zur Folge, dass daraus eine zweite, dann eine dritte und viele andere Runden wurden. Was einfach herrlich war. Stimmungsmusik aus den Boxen, ein witzelnder Barkeeper in Lederhosen, guter Schnaps, leckeres Bier und dazu das gemütliche Ambiente einer Skihütte.
So zogen die Stunden ins Land und wir fanden uns irgendwann an einem Schlagklotz an der Bar wieder. Das Spiel ist bestimmt bekannt. Jeder in der Runde muss versuchen einen Nagel mit der flachen Seite des Hammers im Block zu versenken. Was ein Spaß (auch wenn ich verloren habe).
Alles in allem ist das No Kangoroo das witzigste Restaurant in dem ich jemals war. Wenn ihr mit Freunden in Berlin unterwegs seid und nicht so ganz wisst wie der Abend anfangen soll, dann fahrt zum Görlitzer Bahnhof ins No Kangoroo. Gutes Essen, ein außergewöhnliches Ambiente, nette Leute, tolle Stimmung und ein zwangloses Miteinander.
Aber Vorsicht. Es könnte passieren das ihr euren Abend dort nicht nur beginnt sondern auch verlebt. Also viel Spaß und auf bald.
am 30. Oktober 2008 um 10:10 Uhr
Hallo, kann mal bitte einer diese Werbetexter abstellen? Liest sich überhaupt jemand unseren Bericht durch. Keiner der Werbetexter, die sich ÖSI, ALMI oder BIENE nennen, sind auch nur einmal auf unsere Kritikpunkte eingegangen, sondern hier wurde einfach nur a la Copy&Paste Euer Prospekttext eingefügt. Allein die Namenswahl ÖSI, ALMI und BIENE sind schon Österreichwerbung genug. Komisch! Wenn Ihr ein Schweizer Restaurant hättet, wären Eure Pseudonyme wahrscheinlich REHLI, SCHNEEHUEN oder ALPEMADI.
Von all dem, was ÖSI, ALMI und BIENE schreiben, war bei unserem Besuch nichts zu spüren. Die Musik geht ab 19 Uhr leise – nix mit Hüttengaudi. Der achso nette Wirt saß den ganzen Abend auf dem Hocker hinter der Theke und war mit seinem Laptop beschäftigt (Wahrscheinlich hat er schöne Texte gebloggt.). Die Bedienung hat keinen Ton rausgekriegt. Die hat einfach nicht mit uns gesprochen. Selbst auf Nachfragen kam nichts. Einfach maulfaul. An der Speisentheke konnte man uns nichts empfehlen. Was ißt man wozu? Welche Empfehlung gibt es? Schulterzucken war die Antwort. Obstler aufs Haus? Fehlanzeige. Vegetarisches? Nichts im Angebot außer Krautsalat, 1 Sorte Käse und zwei Reste Brot. Einspänner? Leider nicht lieferbar, weil die Schlagsahne alle ist. Haha! Das ist ein Pfennigartikel. Alles eine einzige Lachnummer. So wird das nichts. Und schon gar nicht in der dunklen abgelegenen Ecke, wo keine Sau langkommt. Euch wird nichts anderes übrig bleiben, als einen Deal mit Rainbow Tours zu machen, der busseweise unerfahrene Jugendliche rankarrt, die sowas noch beeindruckt.
Also, steckt mal lieber Eure Energie in Euer Resto. Da tut’s Not!
am 31. Oktober 2008 um 14:15 Uhr
@ Robuniversal
@ all
Sehr lustig ist auch, dass Robuniversal der erste Mecklenburger der Welt ist der “Servus” sagt – alles klar
aber vielleicht sagen die mittlerweile ja auch Grüß Gott! Ich muss mal wieder an die Küste – mein Wissen auffrischen.
Ansonsten die selben Texte aus dem Prospekt wie vorher – allerdings sind die “berühmten Berliner Partynächte” neu
Nicht zu verwechseln mit den “berühmten kreuzberger Nächten” (auweia auweia) – aber sehr amüsant
am 24. November 2008 um 23:13 Uhr
Kleiner Exkurs – oder was mir schon die ganze Zeit auffällt:
In letzter Zeit fiel mir des öfteren die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit gastronomischer Einrichtungen aller Art auf.
Den Köchen wäre es zu wünschen.
Dabei fielen komischerweise meisten die durchgestylten „Konzeptläden“ negativ auf. Meist wird hier mächtig am Innendesign und an der Karte gefeilt. Meist klingt auch alles sehr gut (manchmal etwas angestrengt). Und fasst immer ist das was hinten rauskommt – Etikettenschwindel.
Auf der anderen Seite, glänzen in meinen Augen meist die Läden in die man „ohne Erwartungen“ reinschneit. Dort wird man of (nicht immer) positiv überrascht.
Warum ich das schreibe? Keine Ahnung vielleicht liegt es an der VOX Serie „Mein Restaurant“, die ich sporadisch verfolge. Und beim Schauen musste ich immer mal wieder Parallelen zum einen oder anderen besuchten Restaurant ziehen. Nach wenigen Folgen, sagte ich zu Schoko-Soko, dass wahrscheinlich die beiden Restaurants mit den besten Köchen NICHT gewinnen werden – in diesem Falle Berlin und Hamburg. Beide Restaurants haben, zumindest was man im Fernsehen sehen kann, die besten Köche. Und beide Restaurants kranken daran, dass der Rest (im berliner „Bloom“ Beide – und im hamburger „Graurocks“ zumindest die Mutter), in meinen Augen keine Gastro-Verrückten sind. Warum die ein Restaurant aufgemacht haben ist mir völlig schleierhaft. Speziell an der Fernsehserie sieht man aber recht gut, dass sich auch kleinere Defizite in der Küche, durch Engagement und Ideen ausgleichen lassen, und viele Gäste nicht nur ein gutes Essen, sondern auch das Wohlfühlerlebnis honorieren. Aber vielleicht irre ich ja auch und die guten Köche reissen den schlechten Service einfach raus
Was aber in meinen Augen besonders ärgerlich an den „Konzeptläden“ stört – das man oft das Gefühl hat, dass das Konzept nicht gnadenlos auch wirklich mal eine gewisse Zeit durchgezogen wird. Wo wir wieder beim Kangaroo wären – hier wurde offensichtlich viel Geld und Zeit in das Design des Laden gesteckt viel Zeit und Geld in das Konzept – aber leider nicht genug Startkapital in das Essen: selbst wenn der Laden den einen oder anderen Abend mal nicht ganz voll sein sollte – MUSS sich das Buffet jedoch JEDERZEIT unter frischen Produkten biegen! Nur so kann das Konzept langfristig funktionieren. Welcher Gast kommt wieder wenn er einmal enttäuscht wurde?
Abschließend wollte ich eigentlich nur sagen: Schuster bleib bei deinen Leisten – wenn Gastro – dann jederzeit mit Lust und Liebe am Produkt und dem Kunden! Dann kann auch eine profane Bratwurst mit Sauerkraut ein Highlight sein
am 27. Dezember 2008 um 15:42 Uhr
Es ist bei diesem Laden kein richtiges Konzept zu erkennen. Wie will man eine Aprés Ski-Kneipe in SO36 fest installieren? Es ist dort eigentlich immer leer. Die Tage scheinen gezählt.
am 12. Januar 2009 um 19:43 Uhr
ich kann die negativen berichte hier leider nur bestätigen.
über die einrichtung kann man sich ja noch streiten, obwohl ich die mehr als daneben finde, aber das ist ja geschmackssache. das essen allerdings nicht: lauwarmer leberkäste, lauwarmes schnitzel wiener art – also vom schwein – mit abbröckelnder panade, lauwarme würstchen. das einzige was nicht lauwarm war, war der kartoffelsalat. der war eiskalt.
der gurken- und der tomatensalat waren lecker war. die sachertorte auch. da kann man auch darüber hinwegsehen, dass die buffetkraft meine torte mit dem selben messer anschneiden wollte, mit dem sie dem kunden zuvor den leberkäse geschnitten hatte. das fiel ihr allerdings erst auf mein leicht entsetztes nachfragen auf, woraufhin sie gelangweilt in die küche latschte, um ein frisches messer zu holen. naja. ich bin eh kein grosser buffet-fan, was hiermit mal wieder bestätigt wurde.
weinkarte hervorragend, kaffee auch. ansonsten muss man hier nicht hingehen. für gute österreichische küche mit nettem service gibt es ja auch das Jolesch 20 meter weiter.
fazit: dieser laden würde vielleicht in mitte funktionieren, weil da genügend touristen sind, die man abzocken kann – billig ist das ganze nämlich nicht gerade. in so36 ist so ein eventgastronomie-rumgepfusche dann doch eher peinlich.
am 16. März 2009 um 23:41 Uhr
[...] langen hellen Holzbrettern gefällt mir gut, erinnert mich jedoch sofort an das “No Kangaroo” in Kreuzberg, wobei das Femminamorta einen Tick schicker ist. Die Klientel scheint [...]
am 13. Juni 2009 um 21:41 Uhr
Heinz Horrmann war nur drei Wochen nach uns im No Kangaroo und hat exakt die gleiche, beschissene Erfahrung gemacht. Das beruhigt! http://www.morgenpost.de/kolumne/horrmann/article969646/Unsere_schoenen_Alpen_USA.html
am 25. Juni 2009 um 10:29 Uhr
Ich hab das No Kangaroo bei der Weihnachtsfeier meiner Firma letztes Jahr kennen gelernt und die ganzen negativen Kommentare kann ich gar nicht verstehen. Wir waren alle total begeistert von der Hütten-Atmosphäre und hatten dort einen tollen Abend. Kürzlich hatte ich Geburtstag und feierte diesen dann auch im No Kangaroo. Wir waren 30 Leute und hatten den oberen Bereich des Gastraums ganz für uns. Das Essen hatte ich vorab mit dem Wirt abgesprochen und im Gegensatz zum üblichen Procedere, dass jeder sich sein Essen selbst holen muss, bekamen wir alles serviert. Als Vorspeise hatten wir ein paar Brettljausen – die waren hübsch angerichtet mit leckeren Wurst- und Käsehäppchen, super! Zum Hauptgang gab es Schnitzel mit Kartoffelsalat und für die Vegetarier Kässpatzn. Beides war sehr gut. Den kulinarischen Abschluss bildete ein klasse Apfelstrudel. Als kleine Überraschung nahm Peter uns nach dem Essen mit in den Weinkeller, der nur mit Kerzen beleuchtet war. Dort gab es einen Verdauungsschnaps, bevor wir den Abend mit einigen Runden am Nagelstock ausklingen ließen. Wir hatten dort wirklich einen tollen Abend!
am 21. Januar 2010 um 22:59 Uhr
ich kann leider die negativen Berichte hier nur bestätigen. Ich bin selbst eingeborener Ösi und wohne direkt um die Ecke in SO36. Nachdem ich schon das Jolesch als zu teuer für die Leistung empfinde (in Österreich wäre das bestenfalls ein Durchschnittslokal), habe ich mich über einen zweiten Österreicher in der Gegend gefreut. Zu früh… Geschmackloses Ambiente (kann man drüber streiten (so stellen sich Preussen Österreich vor?)), lauwarmes Essen vom Buffett statt frisch gekocht, Karte ohne Preise an der Tür, die Preise einfach überhöht… Ich war im Abstand von 2 Monaten 2 mal dort und seither nicht wieder. Das Konzept scheint nicht zu funktionieren. Jedesmal wenn ich an dem Laden vorbeilaufe ist Totentanz. Vielleicht klappt das mit Gruppen und Reservierungen besser, aber für Laufkundschaft völlig ungeeignet.
Sorry, aber nicht zu empfehlen…