Restaurant Gabriel – stressig undeutsch

Diese Woche ging es ins Restaurant Gabriel am südlichen Rand des sich ständig vergrößernden
Simon Dach Kneipen/Resto-Molochs. Das Restaurant wurde uns von einem unserer Leser empfohlen, in einem Kommentar zum Englers Unikat.
Mit dem Englers Unikat sind wir immer sehr zufrieden, wenn das Gabriel also besser sein soll, wäre es ja ein leckerer Abend geworden.
Aber wie so oft, die Geschmäcker sind verschieden…
Das Gabriel hat einige Tische draussen vor der Tür und die waren fast alle besetzt, der ziemlich große Innenraum war komplett leer. (Gut zu sehen auf dem zweiten Foto). Wir hatten einen schönen großen Tisch am rechten Ende.
Die Kellnerin war nett und freundlich, verbreitete aber sofort Unruhe. Wir bekamen mehr als ausreichend Karten für alle noch zu erwartenden Gäste, obwohl wir erst zu dritt waren – sehr gut! In der Karte ist mir sofort die reichhaltig und lecker klingende Frühstückskarte aufgefallen, vermutlich werde ich das irgendwann mal testen gehen. Das eigentliche Speisenangebot war dann allerdings sehr komisch, irgendwie von allem etwas. In jedem Fall gehörte die Karte zum Typ “Viel drin, aber irgendwie spricht mich nichts richtig an”.
Die Gerichte sind zwar irgendwie “Deutsch” aber irgendwie auch nicht. So gut wie immer war irgendeine Beilage dabei die so gar nicht passen wollte . Ein Beispiel ist das “Spreewälder Gericht” – Kassler mit Sauerkraut (bis hier hin 1A) und als Beilage Kartoffelpuffer. Das zog sich irgendwie durch die ganze Karte. Leider ist schon wieder einiges aus meinem Gedächtnis verschwunden und auf der Website gibt es auch noch keine Karte. Eventuell editiere/kommentiere ich noch mehr Beispiele nach. Als Wochenangebot gab es noch verschiedene Pfifferlingsgerichte.
Ich entschied mich für das Berliner Gericht, Gulasch mit Spätzle. Meine Bestellung wurde von der Kellnerin mit einem “Oh, da haben Sie Glück, das ist das letzte” beantwortet – ich weiß nicht, ob ich mich über so etwas freuen soll. Wieder machte die Kellnerin einen sehr gehetzten Eindruck. Auch während wir auf das Essen warteten und das Restaurant beobachteten war es ein einziges Hin- und Hergerenne. Klar, draussen waren alle Tische voll, aber was hätten die beiden Angestellten den gemacht, wenn es drinnen auch noch voll geworden wäre?
Die Essen kamen schnell, meine Spätzle waren zu erst Knochenhart (alt? ganzen Tag auf dem Schrank gestanden?) und weichten dann durch die Sauce langsam auf. Insgesamt eine Spur von Mikrowelle, vielleicht aber auch nur zu kurz warm gemacht. Geschmacklich eher “lala”. Beim Servieren der Speisen wusste der zweite Kellner bei fast keinem Gericht was er da eigentlich in den Händen hielt. “Steinpilze” anstatt “Pfifferlinge” um nur ein Beispiel zu nennen.
Ein paar von uns hatten dann noch einen Nachtisch, dazu sollen die Anderen aber am besten selbst kommentieren.
Ich denke, dass ich mir das Frühstück trotzdem noch anschauen werde. Wenn ich aber Lust auf “deutsche Küche” habe, dann wird mir mit Sicherheit nicht das Gabriel einfallen. Das Essen war nicht schlecht, aber wenn wir von deutscher Küche reden – insbesondere beim Englers Unikat – dann sollte das wie bei “Oma” oder “Mutti” sein und nicht wie bei “Misch dir Was”. Aber wie schon in der Einleitung geschrieben, die Geschmäcker sind verschieden.
Und eins ist auf jeden Fall klar, aus den ganzen Einheitsbrei aus türki… äh italienischen Speisen, dem 80. Inder und was es sonst noch so im Simon Dach Kiez gibt, sticht das Gabriel dann doch sehr positiv hervor. Definitiv mal etwas anderes in der Gegend.
- Außenansicht
Gabriel
Gabriel-Max-Straße 1
10245 Berlin
Mo-Fr ab 16 Uhr, Sa/So ab 10 Uhr
Tel: +49 30 52685804
http://www.gabriel-cafe.de















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am 10. August 2008 um 13:22 Uhr
hmm…offensichtlich habt einen nicht so guten tag erwischt – oder die geschmäcker sind halt doch sehr verschieden… nun ja, immer wenn ich im gabriel war (bis jetzt drei mal), war ich sehr sehr begeistert. keine traditionell deutsche küche, das stimmt, sondern eher modern europäisch, wie ich sie bezeichnen würde. und meiner meinung nach einfach mindestens eine klasse besser als die umliegenden italienisch-indisch-thai-schuppen, die die kiez überschwemmt haben. also, nicht entmutigen lassen, versuchts noch mal!
am 10. August 2008 um 21:50 Uhr
Ich fand es doof. Und ich fange mal von vorne an. Wir wurden nicht aktiv begrüßt, sondern mussten auf die Dame zugehen. OK. Das erwartet man schon lange nicht mehr. Aber angesichts eines komplett leeren Restaurants ist das völlig unverständlich. Da freut man sich doch, wenn Gäste reinkommen und spricht die fragenden Gesichter an …
Obwohl es Tages- und Saisonangebote gab, wurde uns nichts davon empfohlen oder ans Herz gelegt. Eine Empfehlung hätte ich mir schon deshalb gewünscht, weil die Karte sehr umfangreich und mit komischen Gerichtkombinationen gefüllt war. Soph hat es treffend beschrieben. Ich bin somit drei Mal zur Kreidetafel gegangen, um mich selber zu informieren, um am Ende ein blödes Standarggericht zu bestellen: Schweinesteak mit gebratenen Pfifferlingen, Kräuterbutter und Pommes Frites für 10,95 Euro. Die Qualität war mittelmäßig bis schlecht. Das Fleisch knochenhart, lauwarm, die Pommes zu wenig durch und fad. Und das für 11 Euro! Zu den Pfifferlingen kann ich nichts sagen, weil ich die vorher noch nie gegessen habe.
Nach einem Dessert oder Espresso wurde nicht gefragt. Im Gegenteil: die Dame hat versucht, mir den Nachtisch auszureden. Als Grund gab sie eine extrem lange Wartezeit vor, die ich in Kauf nehmen müsste, wenn ich eben genau diesen Nachtisch wählen würde. Egal. Trotzdem nervig. Jedenfalls haben wir drei verschiedene Desserts bestellt und was wird wohl passieren? Meines kommt als erstes ohne lange Wartezeit. Unklar. Weiter geht’s zur nächsten Enttäuschung. Mein 4-Euro-Dessert-Pokal entpuppte sich als 1 Kugel Vanilleeis mit 5 verlorenen Beeren drauf. Für mich ist das echt eine Frechheit. Wenn man sich dann noch im Vergleich dazu die Fotos der beiden anderen Desserts mit der vergleichsweise aufwendigen Kreation ansieht, fragt man sich schon, was das jetzt für eine Nummer ist?!
am 21. Februar 2009 um 21:37 Uhr
Was’n Wunder! Wir haben heute, im Februar 2009, festgestellt, dass das Gabriel geschlossen ist und sich bereits ein neues Cafe eingemietet hat. Datscha. Blöder Name. http://cafe-datscha.de/
am 21. Februar 2009 um 21:39 Uhr
Laut Speisekarte http://cafe-datscha.de/angebot/speisekarte/ gibt es neben Flammkuchen (doof) jede Menge russische Gerichte. Das könnte man mal testen. Hmm.
am 21. Februar 2009 um 23:10 Uhr
uih jui jui, russich! Da muss ich sofort wieder an unseren Besuch im “Voland” denken.
Da haben wir leider keinen Bericht geschrieben. Aber das war mir fast schon zu russisch! Vielleicht sollten wir uns das noch mal überlegen. Also nichts gegen russisch, aber das ist schon ziemlich deftig
.
Ich habe noch mal nachgeschaut und hatte damals wahrscheinlich:
Kascha- Seljanskaja 8.50 €
Gericht aus gerösteter Buchweizen
nach Bauernart mit Steinpilzen gekocht mit Ei,
Röstzwiebeln, Schinkenwürfeln4 und Bacon4
dazu Smetana (= Schmand)
Hier noch mal die Adresse für die interessierte Leserschaft:
Voland
Wichertstr. 63
10439 Berlin
http://www.voland-cafe.de/
am 14. April 2009 um 22:25 Uhr
[...] das “Gabriel” mit deutscher Kost an diesem Standort gescheitert ist, versucht es nun das “Cafe [...]