Berliner Fresse

Samâdhi – vegetarisch und vegan aus Vietnam und Thailand

Essen in Berlin by OrgaQueen am 02. Mai 2008

In irgendeiner Restaurantkritik stand: “Bei diesem Restaurant ist es leicht, auch militante Nicht-Vegetarier zu begeistern.” Dem kann ich leider nicht zustimmen. Als Fleischesser bin ich davon ausgegangen, dass man in einem vegetarischen Restaurant mal gezeigt bekommt, was alles ohne Fleisch möglich ist. Ich dachte da zum Beispiel an extreme Frische, außergewöhnliche Kombinationen der Zutaten oder auch an selten verwendete pflanzliche Produkte, die es nicht in jeden Supermarkt gibt. Und ich meine nicht Tofu, dass ja langsam jeder kennt. Dies könnte dann auch die etwas höheren Preise rechtfertigen, denn im Samâdhi fangen die Essen bei ca. 10 Euro an. Beim ersten Blick in die Karte stellte ich fest, dass die meisten Hauptgerichte 12,50 Euro kosteten.

Die Auswahl ist sehr groß und ich kannte fast kein Gericht. An dieser Stelle muss man sagen, dass der Wirt sehr hilfsbereit war und uns geduldig die eine oder andere Frage beantwortete. So richtig vorstellen konnte ich mir dennoch nicht, was auf den Tisch kommen wird.

Da wir zwischendurch immer wieder ziemlich lange Wartezeiten und Leerläufe hatten, konnten wir in Ruhe das Ambiente studieren: leider versprühte der Laden gar keinen Charme. Wenn man sich schon in einen Ostplattenneubau mit sehr niedrigen Decken einmietet, dann muss man sich wahrscheinlch etwas mehr anstrengen, um ein authentisches und gemütliches Ambiente herzustellen. Die Kassettendecken und der Teppich waren furchtbar, die Rankelblumen genauso langweilig wie das helle Katalogmobilar. Da reißen auch ein paar Lampions oder auf die Raufasertapete geklebte Kraniche nichts raus.

Ambiente

Vorspeise von immer-hungrig. Er hat vergessen, was es war. Auf jeden Fall mit Nudeln und Tofu.

Vorspeise von immer-hungrig

Sommerrollen mit Hoisinsauce mit frischem Salat, Kräutern, Tofu, Reisnudeln und Sojakeimen für 5,50 Euro

Sommerrollen mit Hoisinsauce mit frischem Salat, Kräutern, Tofu, Reisnudeln und Sojakeimen

Meine Geschmorten Auberginen in Satesauce mit Tofu, Karotten, Chillies, Zwiebeln und gerösteten Zwiebeln für 10 Euro empfand ich als fast ungeniesbar. Die Satesauce ertränkte alles, war extrem salzig, sehr dick und auch furchtbar süß. Fast schon wie Erdnussbutter. Eigentlich kann man davon nur kleinste Mengen, ähnlich wie beim Dip , verwenden, aber hier gab’s die Eimerweise. Letztendlich habe ich nur den Reis zur Hälfte gegessen, eine Aubergine und jeweils ein bisschen von der Erdnusssauce als Geschmackstupfer für den Reis. Doof. Vielleicht habe ich auch einfach nur keine Ahnung und das ist der absolute Kracher.

Geschmorte Auberginen in Satesauce mit Tofu, Karotten, Chillies, Zwiebeln und gerösteten Zwiebeln

Geschmorter Tofu mit Sojabohnen-Kokosmilchsauce mit Zitronengras, Champignons, Erdnuss, Bambussprossen, junger Jackfruit und Chillis für 12,50 Euro

Geschmorter Tofu mit Sojabohnen-Kokosmilchsauce

Pad-Thai gebratene Reisbandnudeln mit Tofu, gesalzenem Rettich, Chillipulver, Sojakeimen, Erdnüssen, Champignons, Eiern und frischem Gemüse für 12 Euro

Pad-Thai

Gelber Curry mit Tofu, Bambussprossen, thailändischen Auberginen, Zitronengras, Zitronenblättern, Kokosmilch, Gemüse, Champignons, Chili und Kräutern für 12,50 Euro

Gelber Curry

Gebackene Bananen mit Mandelsplitter und Honig für 4 Euro. Die waren sehr lecker.

Gebackene Banane

Fazit: ich gehe nicht wieder hin. Dafür ist mir die Einrichtung zu einfallslos, das Essen zu extrem und zu teuer. Obwohl der Kellner super lustig war und die anderen am Tisch zufriedener waren als ich, kann mich schwerlich jemand umstimmen.

Samâdhi
Wilhelmstr. 77
10117 Berlin

http://www.samadhi-vegetarian.de

Telefon 030 – 22 48 88 50
Di-Sa 12-15 u. 18-23 Uhr, So 12-23 Uhr

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2 Kommentare zu 'Samâdhi – vegetarisch und vegan aus Vietnam und Thailand'

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  1. Chris sagte,

    am 06. Mai 2008 um 12:05 Uhr

    Wenn du mal richtig gut vegetarisch essen willst dann schau mal ins Cookies Cream. Allein die Tür zu suchen hat schon was.
    Das Essen selber ist extrem lecker und die 28€ für 3 Gänge sehr gut angelegt. Wenn ihr noch tanzen wollt dann geht Dienstags oder Donnerstags. So spart ihr euch noch Eintritt und warten an der Tür. Aber vorsicht vor 01.00 Uhr geht auch in der Woche im Club nicht viel.

    Ansonsten einfach das extrem gute Essen und die meisten sehr relaxten Kellner genießen.

    Alle anderen rein vegetarischen Restaurants der Stadt kann man tatsächlich vergeßen. Halbwegs brauchbar ist noch das Cafe V in Kreuzberg. Das Samadhi wird mich so schnell auch nicht wiedersehen.

  2. Poker Prinzessin sagte,

    am 30. September 2009 um 09:47 Uhr

    Ich bin auch Vegetarierin so wie du etwa. Nur wenn ich nicht weiss dass es Fischsosse drin hat, meistens merkt man das echt nicht weils wirklich fast keinen eigenen Geschmack mehr hat, ist es mir egal. Rindsbouillon merke ich aber sofort z.b.

    Und nur so zur Info Deutschland ist für mich das absolut schlimmste Land um vegetarisch zu Essen. ;-) Da ist es in Thailand einfacher, in Peru, in Bolivien, gut in den USA 1998 war das auch ganz schwer. In Thailand habe ich mir von einer Thailändischen Kollegin in Thai vegetarisch aufschreiben lassen und zeige es den Kellnern und so bekomme ich immer super vegetarisches Essen. Kannst ja jemand der gut Englisch spricht am Anfang von deiner Vietnamreise bitten es aufzuschreiben. Mit der Zeit weisst du dann auch wie mans ausspricht.

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