Grill Royal – It’s good to be In?!
Hin und wieder geht man auch mal alleine und außerhalb der normalen Abläufe essen. Zum Beispiel wenn man beruflich oder geschäftlich irgendwohin eingeladen wird. So war es mir diese Woche vergönnt in das Grill Royal eingeladen zu werden. Das Grill Royal ist in Berlin gerade wohl einer der absoluten “IN-Läden” – nicht, dass ich davon Ahnung hätte, aber man hört ja doch manchmal so einiges. Generell bin ich eher kein Fan von solch hochbepreisten Restaurants, weniger wegen der Preise (die mir als einer der Eingeladenen auch eher egal waren) sondern wegen des zu erwartenden Klientel. Insgesamt war es für meinen Geschmack aber sehr angenehm dort.
Das Grill Royal befindet sich in der Friedrichstraße 105b, allerdings ist es nicht direkt an der Friedrichstraße sondern ein kleines Stück an der Spree entlang die Treppe runter. Wenn man nicht ungefähr weiß wo es ist, ist es sicherlich nicht leicht zu finden, aber darauf ist das Grill Royal wahrscheinlich auch nicht angewiesen.
Wir hatten unseren Tisch relativ früh (18:30) und ich war zwar zu spät. Von den anderen war aber auch noch niemand dort und so hatte ich Zeit mich etwas umzuschauen. Als erstes fällt der riesige Raum auf in dem sehr niedrige Tische stehen. Die Tische stehen an gepolsterten Sitzecken , die durch den halben Raum gehen, auf der anderen Seite stehen lange Sessel auf denen man zwar bequem sitzt, zum Essen muss man sich aber nach vorne beugen. Zu diesem Zeitpunkt war nur ein einziger Tisch besetzt. Die Jacken wurden uns am Eingang abgenommen und gegen eine Kleidermarke getauscht. Danach wurden wir zu unserem Tisch gebracht. Keine zwei Minuten später war auch schon ein äußerst netter und professioneller Kellner dort, der sofort mit Vorschlägen zu den Getränken, Vorspeisen usw. nur so um sich warf. Alles sehr angenehm und keines Falls aufdringlich. Relativ schnell stand dann auch Brot auf unserem Tisch, zwei Sorten dunkles Brot, das Eine war mit eingebackenen Oliven dazu wurde Meersalz und Olivenöl gereicht. Das Olivenöl mit dem Brot war extrem lecker.
Beim ersten Blick in die Karte fällt einem (mir) sofort auf, dass die Preise komplett ohne Nachkommastellen angegeben werden. Sicherlich normal in solch einem Restaurant, für mich aber eher ungewöhnlich und es sah von der Formatierung auf den ersten Blick sehr eigenartig aus.
Die Preise sind natürlich sehr gehoben und es gibt einen Menge sehr besonderer Speisen, z.B. ein spezielles irisches Rinderfilet, das drei Wochen abhängt – somit kostet die Portion um die 50€. Das Hauptaugenmerk liegt aber ganz klar auf Gegrilltem, was bei dem Namen auch zu erwarten war. So gibt es verschiedene Sorten Steak, Hummer aber auch Austern und z. B. 1 kg gegrillte Riesengarnelen (die vom Kellner auch sofort als Vorspeise angepriesen wurden – 38€) sowie andere Fischgerichte. Besonders aufgefallen ist mir die Blutwurst.
Ich habe ein argentinisches Steak (250g) bestellt, dazu Pommes allumettes und grüne Bohnen. Neben einigen anderen Steaks wurde auch noch zweimal “Surf & Turf” (Steak+Hummer: Wikipedia) bestellt, das stehtzwar nicht in der Karte, war aber für den Kellner kein Problem.
Während des Wartens auf das Essen füllte sich langsam der Raum, zum Ende unseres Essens waren schließlich alle Tische komplett besetzt. Ein definitives Zeichen für den sozialen Rang des Grill Royals in Berlin war die Anwesenheit von Udo Walz (Wikipedia)an einem Nachbartisch. Ansonsten waren fast alle Gäste auch eher schick angezogen, jetzt nicht völlig Overdressed, sondern eher wie z. B. aus einem Banker/Broker Film. Ich musste mehrfach am Abend an verschiedene Kapitel aus “American Psycho” oder auch “Kill Your Friends” denken.
Nun zu den kritischeren Punkten. Da wäre zum Einen meine Karte. Die hatte mehre Schmadderflecken, irgendwelche rote Sauce auf mehren Seiten, nix großes, aber auffällig. Bei 26€ für ein 250g Steak ohne Beilagen und eine Karte in die nur Papierblätter eingelegt sind, erwarte ich irgendwie anderes.
Wir hatten einen Gast dabei, der leider früher weg musste. Das wurde dem Kellner – zugegebenermassen – etwas spät mitgeteilt (ca. 25 min vorher), aber schon mindestens 20 Minuten nach der Bestellung. Der Kellner versprach sich darum zu kümmern. Doch leider schaffte es die Küche nicht, das Essen pünktlich auf unseren Tisch zu bekommen. Ich hatte dabei die ganze Zeit einen guten Blick auf die offene Küche, mindestens fünf Köche, die sich die ganze Zeit sehr angeregt unterhielten und nicht gerade beschäftigt wirkten – wie gesagt, zu diesem Zeitpunkt war es noch sehr leer, wir hatten höchstens als Zweite am Abend bestellt. Auf jeden Fall liess sich die Küche auch nicht davon abbringen alle Essen zusammen bringen zu wollen, schaffte es demnach nicht innerhalb der vorgegebenen 25 Minuten und der Gast ging mit hungrigem Magen. Ärgerlich. Vor allem weil für mich der Eindruck enstand, dass es weniger ein Problem der Zubereitung war, sondern viel mehr am Ego der Köche scheiterte. Zitat Kellner (mehrfach): “Die wollen alles zusammen fertig machen” – Und alle Essen kamen dann auch zusammen an den Tisch, bei mir fehlten die Bohnen, die Portionen der Pommes allumettes schwangten je nach Teller um min. 50 Prozent. Einige Steaks waren sehr gut Medium, andere zu Roh. Mal ehrlich, über sowas kann ich mich in einem Steakhaus nur ärgern, in einem Restaurant, wie dem Grill Royal ist es eher schlimm.
Ich habe aber an dem Abend auch eine für mich interessante Beobachtung gemacht. Das professionelle Personal schaffte es den Raum zu füllen, ohne das ich den Eindruck hatte, dass es um mich permanent wuselt. Auch blieb die Geräuschkulisse angenehm ruhig und es kam eigentlich nie Stress auf. So etwas ist mit Sicherheit auch ein Grund für den großen Erfolg des Grill Royal. Generell ist das Etwas, dass man in jedem Restaurant möchte. Keine Hektik, Ruhe und Besonnenheit. Man ist ja beim Essen und nicht auf der Flucht.
Also insgesamt war es ein netter Abend, mir hat mein Essen geschmeckt – ich hatte aber irgendwie was Besseres erwartet. Das Fleisch war zart, einen Tick zu Rot, geschmacklich aber irgendwie sehr neutral, die Pommes allumettes waren ok, die Bohnen haben mir nicht richtig geschmeckt – lag aber auch an der Würzung. Ich habe am Anfang auch lange überlegt, was ich nun bestelle, wenn ich schon einmal die Gelegenheit habe wirklich alles zu probieren – insbesondere da ich davon ausgehe, dass ich dort für viel Geld auch viel Geschmack bekomme. Da das Grill Royal aber als grandioses Steak Restaurant beschrieben wurde, entschied ich mich doch für ein reines Steak. Gerade deshalb, hätte man irgendwie etwas Besseres erwarten können. Insbesondere wenn man sich einmal vor Augen hält, dass meine aktuelle “Steak Messlatte” in diesem Winterurlaub gesetzt wurde. Wir waren in Italien und hatten Halbpension!
Mein Fazit: Sehr nette Lokation, sehr gute Bedienung und man kann dort sehr ruhig Sitzen. Die Küche kann aber für meinen Geschmack nicht mit den Preisen mithalten. Da habe ich an anderen Orten für einen Bruchteil des Preises schon besser gegessen.
Grill Royal
Friedrichstraße 105b
10117 Berlin
030 288 792 88
www.grillroyalberlin.de
PS: Wenn es nur ums Essen ginge, hätte ich 4 Sterne vergeben. In anbetracht der Preise werden daraus aber nur 3.


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am 14. April 2008 um 11:02 Uhr
[...] Vollständige Nachricht lesen > [...]
am 18. Dezember 2008 um 23:19 Uhr
[...] als bestes Steakrestaurant in der Stadt. Angeblich soll es dort noch bessere Steaks geben als im Grill Royal. Da die Steaks im Brunch enthalten sind und die Getränke auch, wollten wir die zweiunddreißig [...]
am 07. Februar 2009 um 22:27 Uhr
Grill Royal – Promi Watching in Mitte…
Das Grill Royal ist ja DAS Restaurant in Berlin wenn man der hiesigen Presse glauben darf. Sehen und gesehen werden. Ohne Reservierung geht angeblich auch kaum etwas. Soweit mein Vorwissen und das es im Steakrestaurant etwas vegetarisches auf der K…
am 14. Februar 2010 um 11:14 Uhr
Wundere mich immer wieder über den “hype” der um diesen
Laden gemacht wird! War Ende ’08 auch dort eingeladen ohne jemals davon gehört zu haben, also vollkommen unvoreingenommen. Die zugegeben aufmerksamen und professionellen Bedienungen und die angenehme Atmosphäre stehen in krassem Gegensatz zu dem, was da aus der Küche kommt: drei mal nicht geschafft das Steak entsprechend der Bestellung zuzubereiten, geschmacklich alles eher fad und DOSENCHAMPIGNONS!!! in einer lachhaft kleinen Portion Beouf Stroganoff für 24,-€.
Hier sollte dringend am Abgrund zwischen der Ambition und den Tatsachen gearbeitet werden!
Aber nachdem was ich danach so alles an “Erwähnungen” der Lokalität in der einschlägigen Boulevardpresse gelesen habe, haben es die Betreiber
wohl auch nicht nötig dies zu tun, da hier gute Kontakte zur Journaille wohl gereicht haben, um den Laden in den Olymp der sog. “Promitreffs” und “in-Locations” zu heben.
Fazit: in Berlin gibt es viele Lokalitäten die zum Dinieren einladen, aber wenn ich WIRKLICH GUT speisen möchte, gehört der Grill Royal sicherlich NICHT dazu!
Aber dabei sein ist ja manchmal schon Alles