Sockendorfer Hutzenstub – mei arzgebirg, was bist du schee
Nach einer jahrelangen Odyssee auf der Suche nach DEM erzgebirgischen Restaurant haben wir es nun
endlich gefunden. Es ist die Sockendorfer Hutzenstub in Johanngeorgenstadt. Die herzlich-familiär geführte Hutzenstub hat alles da, worauf der Erzgebirgler stolz ist und wo er sich wohlfühlt: einen kleinen gemütlichen Gastraum mit 4 bis 5 Tischen, eine rustikale Einrichtung inkl. Hirschgeweihen an der Wand, einheimische Gäste (die man ggf. auch kennt), einen Wirt mit Humor, sehr gute Hausmannkost, Tischdecken und Zierdeckchen auf den Tischen sowie einem separaten Vereinszimmer für Feierlichkeiten.
Und wem das noch nicht reicht, dem sei gesagt, dass die Hutzenstub die “Wiege der Randfichten” ist. Was sich genau dahinter verbirgt, hab ich leider vergessen. Evtl. kann sich immer-hungrig erinnern. Nun aber zum Essen: Vorweg bestellte sich immer-hungrig die Gulaschsuppe.
Für mich ging’s gleich an dieHauptspeise. Schweinegulasch mit Rotkohl und Knödel für 5,80 Euro. Alternativ hätte ich den Gulasch auch mit Reh nehmen können. Der Gulasch war schön würzig, ziemlich eingekocht mit zartem Fleisch drin. Die Knödel schmeckten, waren aber bestimmt nicht 100%ig selbst gemacht, was dem Geschmack keinen Abbruch tat. In leckere Soße eingetunkte Knödel mit Rotkohl drauf sind einfach ein Fest.
Unser Opa suchte sich zielsicher die Schlachteplatte mit Sauerkraut und Brot für 5,80 Euro aus. Auf dem Foto kann man hervorragend die regionale Besonderheit erkennen. Beim nächsten Mal probiere ich das auch mal.
Was gab es noch?
Zum Beispiel Krustenbraten mit Klößen, Meerrettich und Sauerkraut für 7,80 Euro.
Schweinebraten, Klöße und Rotkohl für 7,30 Euro
Weil es so schön war und sich alle über gute Restaurantwahl gefreut haben, wird an dieser Stelle noch die herzerwärmende Geschichte zur Entstehung des Restaurannamens verewigt: Was heißt “hutzen”? Dieser Ausdruck bedeutet vieles. Hutzen stammt wahrscheinlich von haazen (heizen) ab. Da die oberen Westerzgebirger immer arme und sehr bescheidene Leute waren, gingen sie, um Heizung zu sparen, zum Nachbarn “hutzen” in die warme “Stub”. Dabei wurde zusammengerutscht, sich unterhalten, geklöppelt, geschnitzt, Hausarbeiten ausgeübt, gesungen und gelacht. So wurde der Name “Sockendorfer Hutzenstub” von der Familie Kunz, die gebürtige Sockendorfer sind, gewählt. Deshalb sollte man sich nicht wundern, wenn Gäste im Winter mit “Socken” hinkommen. Quelle: von der Speisekarte abgetippt.
So – genug gedudelt. Wir kehren bestimmt wieder ein.
Sockendorfer Hutzenstub
Exulantenstr. 30
08349 Johanngeorgenstadt
Telefon: (0 37 73) 88 25 88
DI-SA 11-14 und 18-24 Uhr
SO 11-14
MO Ruhetag

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am 16. März 2008 um 20:31 Uhr
Dem Urteil über das Essen kann ich mich nur anschließen. Soweit so gut!
Einen kleinen Kommentar zum Wirt möchte ich mir aber nicht verkneifen. Der normale erzgebirgische Wirt ist eigentlich immer freundlich und wie oben beschrieben, von einer herzlichen Art im Umgang mit seinen Gästen.
Kommt er aber mit einem Großstädter – gar noch einem Berliner in Kontakt – wandelt er sich zum Herrn Schabernack. Der dann mindestens so laut, dass es alle anderen – einheimischen + bekannten Stammgäste hören können – die eine oder andere Posse mit oder über den Großstädter reißt. Meist beruhen die Späße auf sprachliche Unterschiede bei der Beschreibung der angebotenen Speisen oder auf die unterschiedliche Wahrnehmung des Tagesgeschehens.
Der Wirt in der Hutzenstube wurde also auch zum Herrn Schabernack und servierte jedes Gericht beim großstädtischem Gast mit einem besonderen Kommentar. Manchmal möchte man aber einfach nur eine gute Roulade mit Klösen und Rotkraut essen. Das hat in der Hutzestube vorzüglich geklappt und der Wirt konnte daran nichts ändern
Weniger ist manchmal mehr! Also weiter so mit dem guten Essen und dann traut sich der Berliner auch noch mal wieder zu kommen.