Nord Sud – überaus netter Franzose oder der Kampf um die Tisch
Das Cafe Nord Sud wurde von einem unserer Blogleser empfohlen. Wir waren natürlich dort und sehr
begeistert. Es ist ein kleiner authentischer Franzose in der Auguststraße in Mitte. Der Inhaber, Jean Claude, bietet nur drei, dafür aber täglich wechselnde Menüs für den Preis von jeweils 7,50 Euro an. Das Cafe/Bistro ist klein und schlicht eingerichtet. An den Wänden hängt Bilderkunst zum Kaufen. Gekocht wird live und frisch. Geraucht wird auch viel. Die Klamotten kann man nach einem Abend bei Jean Claude getrost wechseln. Um uns herum waren alle Tische besetzt und jeder Gast war angeregt in Diskussionen vertieft.
Ferner ist eine Reservierung bei mehr als 2 Personen unbedingt zu empfehlen. Ich hatte für 8 reserviert und auch einen Tisch bekommen. Diesen musste Jean Claude bis zu unserem Eintreffen kämpferisch frei halten, was er uns im Laufe des Abends noch mehrmals erzählte. Er hat sich richtig für uns gefreut. Nicht nur, dass wir so schlau waren zu reservieren, sondern dass er auch den Tisch für uns ständig freikämpfte und wir nun einen sehr schönen Abend bei ihm verbringen konnten. Man muss dazu sagen, dass Jean Claude einen prima französischen Akzent hat, sehr gesellig und gut gelaunt ist sowie immer einen flotten Spruch oder eine kleine Geschichte parat hat. Fazit: Ich (und bestimmt auch die anderen) habe micn köstlich amüsiert und könnte jede Woche dort hin gehen. Nun aber zum Essen.
Eine Karte gibt es nicht. Los geht es erst, wenn alle am Tisch sitzen. Wer es eilig hat, ist hier fehl am Platz. Im Cafe Nord Sud wird in Ruhe gegessen, Wein getrunken und viel erzählt. Das ist dem Inhaber wichtig und er sagt es auch. Dann werden die Menüs Gang für Gang erklärt und alle müssen sich der Reihe nach entscheiden. Das fiel ganz leicht, da ich sowieso gerne alle Menüs gekostet hätte. Da ich als letztes dran war, nahm ich das, was bisher nur einmal am Tisch bestellt wurde: die zwei.
Menü 1:
Französische Leberpastete, Schweinemedaillons Pilzrahmsoße, Pflaumenkuchen
Menü 2:
Mozzarella Tomate, Rumpsteak mit Kartoffelbrei und Bratensoße, Apfelkuchen
Menü 3:
Fischterrine, Meerbarbefilet auf Spinat, Käseauswahl
Diese Menüauswahl stimmte schon nicht mehr mit denen an der Kreidetafel überein. Das merkten wir aber erst hinterher. Ist ja eigentlich auch egal. Wahrscheinlich wechseln die Menüs sogar mehrmals am Tag. Mein Menü 2 war jedenfalls sehr lecker. Das kommt auf den Fotos vielleicht nicht so rüber, aber hier zählt weder die Deko noch die Üppigkeit der Portionen, sondern allein der gute Geschmack. Der Kartoffelbrei war frisch gestampft, das konnten wir beobachten und schmecken. Zusammen mit dem würzigen Rumpsteak und der gehaltvollen Soße extrem gut. Ich habe mein Essen im Cafe Nord Sud sehr genossen. Zusammen mit den Glas Rosé perfekt. Das alles erinnerte mich sehr an unsere Essen in den Brasserien in Frankreich. Es könnte durchaus sein, dass mein Blick etwas verklärt ist, was ich aber nicht glaube. Hier ist es einfach nur authentisch.
Cafe.Bistro.Creperie
Nord Sud
Auguststraße 87
10117 Berlin (Mitte)
Tel. 97 00 59 28
Mo-Sa 12-24 Uhr
drei Menüs, jeweils 7,50 €






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am 04. November 2007 um 22:10 Uhr
Kurze Einleitung zum Thema “ich und die Franzosen”, um meinen folgenden Bericht leichter einordnen zu können.
Schon bei meinem ersten Besuch in Frankreich – damals nur in Paris – hatte ich beschlossen nie wieder dieses Land zu besuchen. Verschiedene private Veränderungen vereitelten diesen Plan und nun war ich schon 3x in Frankreich, davon 2x in Paris und 1x eine Individualrundreise mit dem Mietwagen.
Jedes mal habe ich mich über die sturen Franzosen geärgert, die sich weigern, auch nur ein Wort englisch oder gar deutsch zu sprechen. Für einen Touristen ohne Französischkenntnisse eine echte Tortur. Interessanter Weise kann sich der Franzose in Berlin aber perfekt in den verschiedensten Sprachen verständigen und ist auch in der Lage per Handzeichen abgegebenen Mengeninformationen zu verstehen. Das hat in Frankreich weder beim Bäcker auf dem Zeltplatz, noch beim Busfahrer funktioniert. Wenn die Franzosen verstanden werden oder wie in diesem Fall ihr Essen verkaufen wollen, kommen sie so charmant, sympathisch und unterhaltsam rüber, wie in Literatur und Filmen oft dargestellt – auch der Inhaber Herr Jean Claude Malfroy.
Das Nord-Sud wird auf der Visitenkarte als „Café.Bistro.Creperie“ beschrieben. Da kommt das Wort Restaurant nicht vor und wenn man im Nord-Sud sitzt, würde einem diese Bezeichnung auch nicht einfallen. Es ist zwar alles recht einfach eingerichtet aber auch nicht wirklich ungemütlich.
Der Wirt begrüßt die Gäste freundlich, fast privat. Der Rest bis zu den Speisen ist oben ja schon beschrieben, deswegen hier meine Kurzbewertung:
Ich hatte:
Menü 1:
Französische Leberpastete, Schweinemedaillons Pilzrahmsoße, Pflaumenkuchen
Ich esse sehr gern Leberpastete und wurde hier auch nicht enttäuscht. Bei den Schweinemedaillons war mir die Soße ein wenig zu würzig und der Reis zu fad. Meinen Pflaumenkuchen habe ich gegen Apfelkuchen eingetauscht. Der hat auch gut geschmeckt.
Alles in allem war das Essen genügend, wenn auch nicht reichhaltig. Es gab auch immer genügend Brot auf dem Tisch. Bei einem Preis von 7,50 € für das ganze Menü kann man wirklich nicht mehr erwarten. Das ist ehrlich und lobend gemeint.
Ein wenig störend finde ich es immer, wenn es keine Karte gibt. Die gehört aber wahrscheinlich nur in Deutschland dazu. Mir war an diesem Abend nach Wein und ich wurde dahingehend freundlich beraten. Der Preis schien aber keine größere Rolle zu spielen, denn er wurde nicht erwähnt. Im Nachhinein muss man 3,50 € für das Glas Wein auch nicht sonderlich hervorheben, aber mir wäre es wohler gewesen, wenn ich den Preis gewusst hätte.
Alles in allem ist dieses kleine Bistro zu empfehlen, wenn man Freunden unverfälschte französische Kultur zeigen möchte. Ich werde sicher noch ein paar Mal hier vorbei schauen – so, wie in Frankreich.
Preis und Leistung und Service
10/10 und 8/10 und 9/10
am 05. November 2007 um 00:33 Uhr
Hmm, ich kann mich in vielen Punkten den beiden anderen Schreiberlingen nur anschließen. Auch ich fand das Lokal und seine Mitarbeiter sehr sympatisch und fühlte mich den ganzen Abend ziemlich wohl. Auch das Essen schmeckte mir sehr gut.
Mit ein paar Tagen Abstand muss ich aber ehrlich sagen, irgendwie weiß ich nicht so richtig was genau jetzt am Essen französisch war. Also klar, die 3 Gänge, die Portionen und das Brot – alles sehr französisch. Aber das eigentliche Essen?
Ich hatte auch Menu 2:
1. Gang – Tomate Mozzarella – französisch?
2. Gang – Rumpsteak mit Kartoffelbrei und eine dicken Sauce – schmeckte Super, vor allem die Sauce war wie Orga-Queen schon schrieb sehr gehaltvoll und lecker – aber französisch?
3. Gang – Apfel/Pflaumen Streuselkuchen – französisch?
Wie gesagt, mir schmeckte alles, aber ich bin sicher, dass viele Leute bei der Vorstellung eines französischen Restaurants aber an anderes Essen denken. Vielleicht denke ich aber auch zu sehr in Schubladen.
am 05. November 2007 um 11:49 Uhr
Genau das ist mir im Nachhinein auch aufgefallen als ich die Fotos mit den Menütafeln aufbereitet habe. Da stand für diesen Tag was ganz anderes auf dem Plan (zB Blutwurst). Wahrscheinlich war schon alles weggekauft, so dass wir eine schnelle Kreation bekommen haben. Es gab nur noch Menü 3 mit dem Fisch, was schon ganz schön typisch war. Vielleicht kann sich mal ein echter Kenner hierzu äußern, ob das, was wir hatten, wirklich typisch französisch ist?
am 06. November 2007 um 10:33 Uhr
Optisch ne glatte 6! Besonders die kaputten Teller sind sicher sehr unfranzösisch. Da wollte ich eigentlich auch mal hin, aber irgendwie machen die Bilder nicht viel lust auf mehr…auch wenn es laut eurer Beschreibung lecker war.
Gruß Elmi
am 07. November 2007 um 14:01 Uhr
Ich hatte das Menü 3.
Die Fischterrine war nicht ganz so mein Fall, weil sie unterschwellig nach einem Hauch von Leberwurst geschmeckt hat. Dafür war der Hauptgang ganz mein Fall. Lecker Fisch auf aldente gekochtem Blattspinat und dazu ein lecker Sößchen. Diese war mit dem besonders schmackhaften Baguette zum Dippen ganz mein Ding. Sehr lecker. Danach gab es für mich einen lecker Käseteller zum Abschluss des Menüs, mit drei verschiedenen Sorten Käse sehr lecker (vor allem die weiße Sorte, oben im Bild).
Das einzige was nicht ganz so meinem Geschmack entsprochen hat, war meine Wahl des Getränkes für den Abend. Ich hatte ein original französisches Bier auch der Region des Inhabers. Mir war es zu malzig und es hatte mir zuviel Alkohol. Es hatte eher den Geschmack eines Likörs und wurde viel zu warm serviert. Aber wer trinkt schon ein Bier bei Franzosen …
Alles in Allem fand ich das Essen sehr lecker und die Portionen für mich ausreichend groß.
am 07. November 2007 um 19:19 Uhr
Und ich bin nun ein Verfechter des Menüs 1, welches ja schon hinlänglich beschrieben wurde.
Auch ich kann keine besondere französische Note am Essen entdecken, geschmeckt hat es mir aber auch.
Witzig war der Kellner auf jeden Fall. Sein Akzent animierte auch kräftisch sum fransösisch schpräschen. Plötzlich war man dabei alle möglichen, selten benutzen und französisch klingenden Wörter aus seinem Wortschatz zu kramen. Köstlich.
In Frankreich war ich noch nie wirklich, höchstens mal auf Korsika. Also bezüglich Flair kann ich keine Einschätzung geben, jedoch habe ich öfters den verklärten Blick von der Orgaqueen Richtung immer-hungrig gesehen. Da schien mir die nächste Reise fast schon geplant. Armer immer-hungrig.
Selbst wenn die ursprünglichen Menüs schon alle waren, die angebotenen Alternativen wurden schmackhaft improvisiert, Hut ab dafür. Franzosen können sich wieder mal in ihrer Heimatsprache unterhalten, viele Nachbarn habe ich nämlich nicht verstanden.
Empfehlenswert.
am 03. März 2008 um 22:24 Uhr
[...] in der Stadt (noch?) nicht. Und eines sei vorweggenommen: dieser Beitrag wird – wie auch schon der erste – sehr lobend ausfallen, denn es war köstlich. Das kleine Lokal, ich würde es nicht unbedingt als [...]
am 11. August 2008 um 22:22 Uhr
Vor kurzem im Nord Sud: Jean Claude hat uns wieder sehr freundlich bedient und seine Späßchen gemacht. Wir waren zu dritt. Jeder von uns hatte ein anderes Menü. Auf einem Foto sind immer alle drei Varianten zu sehen, z.B. 3 verschiedene Vorspeisen. (Die letzten fünf Fotos sind die aktuellen)
Unseren Tisch hatten wir zu halb sieben bestellt. Da ist es noch relativ leer. Es wäre auch ohne Reservierung gegangen. Nachher gegen 20/21 Uhr war’s voll und kaum ein Platz frei.
Das 3-Gang-Menü kostet immer noch 7,50 Euro. Ich fand es wieder sehr schön und lecker, wobei die Kalbswurst nicht 100%ig nach meinem Geschmack ist.
Die Flasche Rosé für 17,50 Euro hat die Rechnung nach oben getrieben. Nach dem Preis sollte man vorher fragen. Das haben wir nicht gemacht. Nur als Tipp am Rande!
Das Nord Sud ist weiterhin zu empfehlen!
am 12. August 2008 um 22:03 Uhr
[...] unserem Dinner bei Nord Sud sind wir die große Runde geschlendert: von der August- über die Rosenthaler und Oranienburger [...]
am 16. März 2009 um 23:41 Uhr
[...] einen Hinweis in der Karte abzudrucken oder den Gast höflich zu informieren. Mein Lieblingswirt im Nord Sud macht das immer! Und das kommt gut an, denn man geht nicht mit halbleerem Magen nach Hause und ist [...]