Bogus – merkwürdiger Küchenmix auf Tischdecke an Kerzen
Das Bogus im Prenzlauer Berg ist der Nachfolger des Bernsteins, das früher an der Oderberger Ecke Choriner
seine Gäste bewirtete. Der/die neuen Inhaber haben die Bar gelassen und den Rest renoviert. Geschmacklich zu diskutieren: Man sitzt auf hellhell-braunen Stühlen, neben dunkelweinroten Wänden, gegenüber von großen Spiegeln und an Fenstern mit Vorhängen aus Glasbausteinen. Es roch noch nach Farbe und an einigen Wänden hingen Kunstgemälde, die denen von Picasso ähnelten (behauptete jedenfalls einer an unserem Tisch). Die kleine Karte hielt einen internationalen Mix aus Wareniki, Schnitzel mit Spargel, Couscous, Bortsch, gefüllte Hühnerbrust oder Schweinemedallions für uns bereit.
Wir hatten wieder einen Tisch reserviert, waren am Ende doch 10 Esser und saßen fast ganz alleine im Restaurant, an einer liebevoll gedeckten Tafel mit Tischdecke, Stoffservietten, zwei großen Kerzenständern und komplettem Service für mehrere Gänge. Als sich ersten drei von uns Bionade bestellten, wurde auch der Kellnerin schnell klar, dass hier und heute keine zwei Weingläser pro Person benötigt werden. Sie fragte höflich, ob sie abdecken dürfe und ob wir generell mit der Tafel zufrieden wären oder das ganze als zuviel/zu aufgetragen empfänden. Die junge Kellnerin verwöhnte uns den ganzen hervorragend, war gut ausgebildet und sorgte so für große Zufriedenheit.
Zum Essen. Ich hatte meine Qual bei der Auswahl. Im Gegensatz zum La Familia, auf dessen Speisekarte mindestens zehn Gerichte stehen, die ich sofort bestellen würde, reizte mich die Bogus-Auswahl überhaupt nicht. Weder die Vorspeisen, noch die Salate oder Hauptgerichte machten meinen Gaumen wässrig. Am spannendsten klang für mich der Rindfleischtopf mit Kartoffeln, Gemüse und Zwiebeln mit Blätterteigdeckel für 9.50 Euro.
Der Fleischtopf war so heiß, dass ich ihn nicht essen konnte und mir sogar die Zunge verbrannte. Da hat man wenig vom Geschmack und ist genervt. Selbst nachdem alle anderen aufgegessen hatten, versuchte ich immer noch meinen Fleischtopf kalt zu pusten, gab dann aber auf und verschenkte die halbe Portion an immer-hungrig. Geschmacklich war er ganz lecker und leicht gewürzt. Da hätte etwas mehr Feurigkeit gepasst.
Natürlich war ich nicht satt und ließ mir die Dessertkarte bringen. Die offenbarte nur Standards wie Eisbecher und Apfelstrudel. Keine Grütze, kein Pudding, nix sonst. Also fragte immer-hungrig, ob er aus der Frühstückskarte die Eierkuchen bekommen könnte. Der Koch bejahte und ich bekam die Eierkuchen. Leider schmeckten weder die Eierkuchen noch die die Himbeersauce obendrauf. Ich glaub, die waren noch vom Frühstück am Morgen übrig und daher alt und pappig. Die rote Sauce schmeckte ultrasüß plus chemisch und sollte wohl ein Sirup werden. Schaade.
Wer selber testen will, findet hier die Koordinaten. Mich hat das Konzept des Bogus’ nicht überzeugt.
Bogus
Oderberger Straße 1 Ecke Choriner Straße
10435 Berlin
Tel.: 484 956 24
Webseite gibt es nicht
Und hier noch die Bilder der anderen Essen.
panierte Hähnchenbrust gefüllt mit Kräuterbutter
Schlussbild, verlassene Tafel







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am 29. April 2007 um 22:01 Uhr
Ich hatte das Gefühl das Bogus sucht noch seine Ecke.
Vorneweg: Der Service war sehr gut. Das findet man heute auch nicht mehr überall. Die Kellnerin war nett und umsichtig. Zu der Zeit als ich da war musste keiner dursten
Der Tisch war auch sehr schön vorbereitet.
Zum Essen. Wie gesagt, ich habe das Gefühl das das Bogus sich selbst noch nicht ganz gefunden hat. Mein Tipp: Weniger ist manchmal mehr. Auch wenn es die Umbegung glauben macht, eine gute Küche muss (oder kann) keine Spezialitäten aus 35 Ländern bieten
Die Kartenmischung war wirklich etwas merkwürdig.
Meine Schweinefiltets war in Ordnung. Nix Aufregendes aber ok. Die Kartoffeln waren mir zu wässrig, das Fleisch allerdings war zart und würzig. Die Soße schmeckte sehr gut, für meinen Geschmack aber nicht selbst gemacht
Wenn die Küche sich noch findet und der Service so bleibt, hat das Bogus sicher eine langfristige Chance. Allerdings sollte dann die Karte wirklich überarbeitet werden
am 29. April 2007 um 22:33 Uhr
Als ich die Telefonnummer für die Reservierung des Tisches im Bogus abholte, gefiel mir das Ambiente. Die Räumlichkeiten waren sehr großzügig eingerichtet und man hat viel Platz an und um den Tisch. Dass der bestellte Tisch dann auch noch so liebevoll gedeckt war, rundete meinen positiven, ersten Eindruck von diesem Restaurant noch ab. Schade, dass es nicht allen an diesem Abend so gefiel.
Ich hatte mir an diesem Abend als Vorspeise Bortsch und als Hauptgang die gefüllte Hähnchenbrust bestellt. Von beiden Speisen wurde ich enttäuscht. Bortsch habe ich schon 3-4 Mal gegessen. Hier schmeckte die Speise lieblos und ohne jeglichen Pfiff. Die gefüllte Hähnchenbrust war trotz der Kräuterbutterfüllung trocken und geschmacklos. Ein einziger Klumpen Formfleisch. Der Rest des Gerichts sah aus und schmeckte, als ob der Koch mitten in der Zubereitung / Garnierung aufgehört hat.
Einzig die freundliche Kellnerin hat an diesem Abend für das Bogus gepunktet … .
Preis und Leistung und Service
4/10 und 4/10 und 6/10
am 29. April 2007 um 23:17 Uhr
Ich hatte ein Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln und Salatbeilage. Auf dem Wiener Schnitzel lag eine Zitronen Scheibe mit einer Sardelle und ein paar Kapern oben drauf. Dieser Garnierung war mir persönlich völlig neu. Zu mindestens eine Person an unserem Tisch, die, die normalerweise magenschmerzen hat, belehrte mich aber gleich eines besseren. Angeblich wäre das bei jedem richtigen Wiener Schnitzel so, mit der Meinung stand er dann aber auch ziemlich alleine da.
Aber wozu gibt es Google, Suche nach:
- “Wiener Schnitzel Sardelle” – 465 Ergebnisse
- “Wiener Schnitzel Anchovis” – 472 Ergebnisse
- “Wiener Schnitzel Kapern” – 19600 Ergebnisse
- “Wiener Schnitzel Zitrone” – 62000 Ergebnisse
- “Wiener Schnitzel” – 860.000 Ergebnisse
Nunja. Das Original Rezept scheint also nur ein paar Ur-Wienern und dem Herrn Magenschmerzen ein Begriff zu sein.
Zurück zum Wiener Schnitzel im Bogus, schmeckte super, war schön groß und Kalb war es auch – nur die Bratkartoffeln waren etwas wenig. Wirklich satt war ich nicht. 12,50€ waren für ein Wiener Schnitzel kein Schnäppchen aber auch ein normaler Preis, im Prater kostet sowas > 14€. Noch eine paar mehr Bratkartoffeln und das Schnitzel wäre Bedingungslos zu empfehlen.
Das Crêpes von der Orga Queen habe ich auch gekostet, da es optisch schon irgendwie lecker aussah konnte ich nicht glauben was man den daran so falsch machen konnte. Aber ich muss sagen, es schmeckte nicht. Die Himbeersauce schmeckte extrem komisch und der Crêpes an sich hatte eine sehr feste Konsistenz. Nicht wirklich lecker.
Zum Abend selbst wäre noch zu sagen, dass es schön war, dass wir mal wieder so viele waren und das unsere zwei Schreiberlinge von der Baby Fraktion, Magenschmerzen und SchokoSoko, seit langem auch mal wieder mit dabei waren!
am 01. Mai 2007 um 19:35 Uhr
Also nochmal zur Sardelle.
Das ist ja unglaublich, dass mein Sardellen Fachwissen angezweifelt wird
Blasphemie!
Und nur weil es mehr Nicht-Wissende (oder auch Blinde) im Web gibt, schmeisst der böse Herr Google natürlich Mist raus (der kannst ja nicht wissen – ich verzeihe ihm).
Das schöne ist natürlich auch, das das Gnaze im Web schon 1.000 und jetzt einmal diskutiert wurde.
Für mich als Referenz gilt eigenltich nur der Herr Lafer – und der machts auch mit Sardellen:
Wiener Schnitzel mit Zitrone und Sardelle von Johann Lafer
Wiener Schnitzel auch wieder mit Zitrone und Sardelle und Preiselbeeren Sehr schön und interessant die feinsinnige aber nachvollziehbare Unterscheidung zwischen Wiener Schnitzel und Schnitzel Wiener Art
Etwas bekloppt aber auch zum Thema
Zitat “in deutschland gilt die standargarnitur mit gerolltem sardellenfilet darin eine kaper und das ganze auf einer Zitronenscheibe. so wird das auch bei gastgewerbe prüfungen abgefragt.” Da hat der Koch auf jeden Fall mal aufgepasst
Ansonsten war es sehr entspannend und mal wieder schön mit der Kritikermeute unterwegs zu sein.
am 02. Mai 2007 um 18:57 Uhr
Dank der Spargelkarte hatte ich mich für Salzkartoffeln und Spargel mit Butter entschieden. Mein Essen hat mir gut geschmeckt, aber eigentlich kann man an dem Menü auch nicht viel versauen. Ich fand nur meine Portion recht übersichtlich und bin nicht richtig satt geworden.
Wäre die Spargelkarte nicht gewesen, hätte ich vielleicht nichts gegessen. Die Speisenauswahl auf der Hauptkarte wirkten völlig plan- und konzeptlos und haben mich überhaupt nicht angesprochen.
Wer kein Fleisch essen wollte, mußte auf Salat zurückgreifen. Schade…
Den Vogel hat für mich jedoch das Kindermenü abgeschossen: Pommes mit Bockwurst! – Wer tut denn seinem Kind sowas an??