Berliner Fresse

Frau Mittenmang – Bohemian like you?

Essen in Berlin by soph am 19. April 2007

Diese Woche ging es ins Frau Mittenmang, ein Restaurant, das die OrgaQueen, laut eigener Aussage, schon eine Weile in ihrer “Pipeline” hatte. Wie es dort hin gelangt ist, lässt sich leider nicht mehr nachvollziehen. Von daher ging es ohne konkrete Vorstellung ins Frau Mittenmang. Das Restaurant war schon sehr gut gefüllt und als wir nach unserem reservierten Tisch fragten, wurde uns leider mitgeteilt, dass dieser erst für Donnerstag reserviert war.

Trotzdem wurde es noch ein schöner Abend.

Nach einer kleinen, sehr netten, Diskussion bzgl. des verwechselten Tages (“Wir gehen immer Mittwochs”, “Ich hab Euch hier aber noch nie gesehen!”) wurde uns ein Tisch freigemacht. Wenn ich alles richtig mitbekommen habe, saßen dort Freunde des Hauses, die schon fertig waren mit essen. Auf jeden Fall nochmal vielen Dank dafür! (Auch wenn wir auf jeden Fall für Mittwoch reserviert hatten ;) )

Nachdem wir uns gesetzt hatten und nach und nach der Rest unser Gruppe eintrudelte, hatten wir Zeit uns richtig umzuschauen. Ich hatte den ganzen Abend gegrübelt wie man den die Klientel des Restaurants am besten beschreibt, kaum jemand älter als 40, viele Frauen, aber leider ließen sich die Leute weder in die “Standard Prenzlauer Berg Volk” noch in die “Mitte Business 2.0 People” – Schublade stecken. Als ich dann vor dem Schreiben des Textes noch einmal bei Google alle wichtigen Urls zum Restaurant zusammen gesucht habe, bin ich auf diesen Blogeintrag gestoßen: Frau Mittenmang: Brunch für die Bohème. Bohème – ich glaube besser kann man es nicht beschreiben. Aber bitte nicht falsch verstehen, diese Leute hatten etwas an sich, dass sie von vielen anderen in Berlin, besonders jene, aus den eben genannten Bezirken, unterscheidet – Sie wirkten Echt.

Nun aber zum Essen. Die Karte bestand aus einem gedruckten A4 Blatt. Auf der Karte Stand das aktuelle Datum, sie wird also jeden Tag frisch gedruckt. Vermutlich gibt es dann auch täglich ein paar Veränderungen, je nach Einkauf der Küche. Es gab 2 Suppen, 3 Salate, 3 Nudelgerichte und 5 Fisch-/Fleischgerichte. Am Tisch wurde bestellt: Rucolasalat mit Kirschtomaten und Parmesan, Penne Rigatone mit Mandel-Oliven-Pesto, Parpadelle mit Hühnchen und Wels auf Apfel-Sellerie-Pürée mit Kartoffeln. Ich hatte eigentlich die Penne Rigatone bestellt, weil ich keine Lust auf Parpadelle hatte. Das lag wiederum daran, dass wir der Meinung waren, dass Parpadelle eine Art Schmetterlingsnudel ist. 10 Minuten nach der Bestellung kam der Kellner aber wieder an unseren Tisch um uns mitzuteilen, dass die Penne Rigatone aus waren und ob es ein Problem wäre das wir stattdessen auch Parpadelle bekommen. Ich wechselte dann gleich auf die Parpadelle mit Huhn, die ich ja nur nicht genommen hatte, weil ich keine Parpadelle wollte, OrgaQueen blieb beim Pesto.

Meine Nudeln waren sehr Schmackhaft. Sie waren mit fritiertem Rucola angerichtet, ich hatte soetwas vorher noch nicht probiert und muss sagen, dass es verdammt lecker schmeckt. An den Nudeln war verhätlnismäßig viel Huhn, was man so auch eher selten hat. Wie gesagt, ich fand es sehr lecker.

frau_mittenmang_gericht_01.jpg

Zu den anderen Gerichten kann ich nicht viel sagen, soweit ich mitbekommen habe, gingen die Meinungen aber auseinander. Zwei Personen hatten den Wels, einer war sichtlich begeistert (Spitzname: Das Bein) und immer-hungrig soll am besten selber sagen wie es ihm geschmeckt hat.

frau_mittenmang_gericht_02.jpg

Veggie hatte den Rucola Salat, außer dass sie später noch Hunger hatte, habe ich auch darüber nichts negatives gehört.

Als Nachtisch hatte die OrgaQueen noch Zweierlei vom Rhabarber mit Zimteis – dazu kann ich, schon auf Grund einer Rhabarber-Abneigung, nichts sagen. Es wurde aber aufgegessen.

Die Bedienung war sehr nett, die Bestellungen wurden mit Bleistift direkt auf das Runde Blechtablett gekritzelt und nachher an unserem Tisch auf einem Bierdeckel aktualisiert. Anhand dieses Bierdeckels wurde dann auch unsere Rechnung erstellt. Wie selbstverständlich wurden separat abgerechnet. Zum Abschluss verabschiedete sich der Kellner mit den Worten: “War schön mit euch.” – Das wollen wir auch hoffen.

Dann wäre da noch etwas, dass ich einfach mal ohne größere Wertung erwähne. Im Restaurant gab es noch Live Musik von Nathalie Claude and Friends. Laut Informationen auf der MySpace Seite von Frau Mittenmang war die Musik Nu-Jazz/Acoustic/Pop. Wie gesagt, ohne das Ganze zu kritisieren, denn mit dieser Musik kenne ich mich nicht wirklich aus, die Frau konnte Singen, der Mann mit der Gitarre konnte Gitarre spielen und singen und der Mann an der Trommel, die irgendeinen noch nie gehörten verrückten Namen hatte, konnte Trommeln – war aber nur Gastmusiker. Die Musik war nicht nervig, nicht zu laut und die restlichen Gäste waren sichtlich begeistert. Ich bin nicht so ein Jazz Fan, von daher wäre es auch ohne die Musik gegangen. Insgesamt aber 1000mal angenehmer, als das Gesinge im Leander, aber eigentlich ist es auch schon eine Beleidigung für Nathalie and Friends, das überhaupt zu vergleichen.

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mittenmang02.jpg

Also mir hat es geschmeckt, das Lokal war in Ordnung und es ist absolut nicht ausgeschlossen, dass ich dort mal wieder hingehe. Nur Schade, dass das Frau Mittenmang nicht bei mir um die Ecke ist, dann wäre ich wahrscheinlich häufig dort.

Die aktuelle Website wird gerade überarbeitet: www.fraumittenmang.de aber es gibt ja noch die schon erwähnte MySpace Seite. Dort gibt es auch eine Übersicht wann es wieder Live Musik gibt.

Wer selber einmal dort vorbei schauen möchte, hier die Kontaktdaten:

Frau Mittenmang
Rodenbergstr. 37
10439 Berlin
Tel: (030) 444 5654
www.fraumittenmang.de

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4 Kommentare zu 'Frau Mittenmang – Bohemian like you?'

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  1. OrgaQueen sagte,

    am 19. April 2007 um 19:34 Uhr

    Man da hat der Soph aber einen langen Bericht geschrieben. Recht hat er auf jeden Fall in allen Punkten.

    Es war überaus voll an diesem Abend. Die Bedienung in fast jedem anderen Laden hätte schlapp gemacht. Nicht aber unser familiär-freundlicher Kellner, der durch die Reihen wuselte, an jedem Tisch bei jeder Runde einen kleinen Schwatz hielt, und es so schaffte, an nur einem Abend sowas wie eine Beziehung zum Gast herzustellen. Wir saßen nie auf dem Trockenen, mussten uns nicht einmal selbst um Nachschub kümmern und bekamen alles prompt und fehlerfrei.

    Ich hatte mir die Penne Regatte mit Mandel-Oliven-Pesto bestellt. Ehrlich gesagt, war mir das Gericht viel zu ölig. Die Nudeln schwammen regelrecht im Olivenöl. Nicht mein Ding.

    ParpadellePesto

    Dafür war der Nachtisch besser. Zweierlei Rhabarber mit Zimeis. Als Zweierlei wurde eie Art Rhabarber-Mousse serviert und eine Art Rhabarber-Aspik. Das Aspik fand ich besser als das Mousse, weil es mehr Geschmack hatte. Zimteis kannte ich bis dato noch gar nicht – ist auf jeden Fall schön süß.

    zweierleiRhabarber

    Am allerleckersten war aber war mein Curtado: Espresso mit Milchmädchen und Milchschaum. Leckschmeck. Die hatten noch mehr so’n Zeug auf der Karte. Meine Bionade kostete 2,30 Euro. Zum Vergleich: im Noodle kostet sie 3,50 Euro.

    Alle Gäste um uns herum tranken Wein aus riesen Gläsern, unterhielten sich angeregt und blieben fast den ganzen Abend. Es gab kaum Platzwechsel. Ansonsten wurde ordentlich gequalmt und ab und zu mal gelüftet.

    Es war ein schöner Abend, vor allem wegen der unaufdringlichen Livemusik und dem außergewöhnlichem Ambiente (Frau Mittenmang hat u.a. nen Lichtfimmel).

  2. Sagdochauchmalwas sagte,

    am 09. Mai 2007 um 18:15 Uhr

    Nun ja, die Geschmäcker sind verschieden. Mir ging das Gesinge ziemlich auf den Zeiger. Hatte ich wohl Pech, denn Musik mit jazzigen Aspekten stößt mich meistens ab. Aber auf jeden Fall sang Frau Claude sehr gefühlsbetont gestenreich, eigentlich auch so ein Punkt zum Ablehnen, manchmal aber auch zum Amüsieren.

    Aber der Charakter im Laden und dieser Veranstaltung, in die wir hineingeplatzt sind, war wirklich nett. Schwätzchen hier, Schwätzchen da vom Kellner und der Combo, dass war neu für mich. Die Lichtspiele möchte ich dabei auch lobend erwähnen, rundum stimmig.
    Das Publikum wirkte auf mich auch irgendwie “echt”, nicht wenige schienen gezielt wegen der Musik da gewesen zu sein.

    Ich hatte auch die Parpadelle, die schmeckten mir richtig gut. Seit langem mal wieder ein Nudelgericht erwischt, welches toll war.

    Also: Kein schlechter Laden, es lohnt sich durchaus hinzugehen. Aber man sollte irgendwie vorher wissen, was läuft ….

  3. john sagte,

    am 14. Dezember 2009 um 16:06 Uhr

    also “nudeln mit viel öl” sehn doch lecker aus…..fies ist der aschenbecher.

  4. axl_rose sagte,

    am 07. April 2011 um 13:33 Uhr

    also aschnbecher gibt es da schon eine weile nicht mehr.. also draußen rauchen ist angesagt. ich fand das da auch immer ganz schön. sowohl vom laden als auch vom publikum her. unaufgeregt freundlich mit nem schuß schlampigkeit. gut irgendwie..
    bin leider zu selten dort.

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