Klagenfurt, Cafe Sandwirth, oder das beste Café der Landeshauptstadt stellt sich vor …
Ganz unbescheiden wirbt das Cafe Sandwirth mit dem Slogan “das beste Cafe der Landeshauptstadt“.
Das konnten wir allerdings noch nicht wissen, als uns unser abdendlicher Spaziergang am “Sandwirth” vorbeiführte. Eine Tafel im Eingangsbereich warb mit Rotbarsch (o.ä.) mit geschmorten Tomaten und irgendeiner Beilage, was sehr verlockend klang. Auch ein Blick auf die aussen angebrachte Karte ließ eigentlich keinen Zweifel an einem Besuch des Cafes aufkommen. Gweorben wurde mit hausgemachtem Strudel, leckeren Kuchen und verlockenden Mehlspeisekreationen.
Also nix wie rein und Platz genommen.
Und da war sie wieder – die Kellnerin – und damit die Servicewüste Österreich.
An dieser Stelle muss ich mal einen kleinen Serviceabriss Österreich machen. Alles in allem kann ich aus unserer Erfahrung nur sagen: Horror. Dermaßen unmotivierte, übellaunige, schwer abgenervte und unfreundliche Kellner, findet man wahrscheinlich nur noch in Frankreich oder in einem DDR-Konsumgaststätte-Erlebnispark. Nicht nur das man im deutschsprachigen!! Österreich so tat, als kämen wir als Deutsche von einem anderen Planeten, und wären somit Marsmännchen mit Migrationshintergrund. Das ganze gipfelte in unserem dritten Lokalbesuch (von dem ich vielleicht noch berichten werde) in der Belehrung (oder sagen wir lieber Ansprache an den “Du-wohl-nix-spreche könne deutsch Gast”?), dass es im Lokal keine Apfelschorle gebe. Nein Nein. Gibt es nicht. Und wenn wir sowas haben wollten, dann hätten wir Apfel-Gespritz (oder ähnlich – so genau verstand ich den Eingeborenen nicht) bestellen müssen. Aha. Alles klar. Und Pute mit Pommes gabs auch nicht, sondern es gab nur Putensteak mit Pommes, was die Soko so verwirrte, dass sie einen Rinderbraten bestellte (obwohl sie eigentlich keinen Rinderbraten mag). Das ganze muss man sich noch bildlich vortsellen. Ein bräsiger, frecher, unfreundlicher (allerdings sehr schneller) Mitfünfziger belehrt einen in schlimmster HO-Imbiss-Dreistigkeit und kommt sich dabei nicht blöd vor. Naja.
Nur soviel: Lieber Österreicher, lieber österreichische Gastronomen mit gutem Servicelevel, liebes Kärntner-Fremdenverkehrsamt: Es nutzt nix die Urlauber mit viel Werbung ins Land zu locken, wenn ignorante Idioten die Gäste wieder verscheuchen! Wir waren 4 Tage in Klagenfurt und waren an allen 4 Tagen Essen. Wir wurden ein einziges Mal normal-freundlich bedient: Am letzten Tag bei Mc Donalds! Kein Witz! Bitterer Ernst.
Kleine Servicelanze noch am Rande: Der Mitarbeiter am SIXT Schalter in Klagenfurt der unser defektes Auto (auch das noch) tauschte, war sehr nett, unkompliziert und zuvorkommend und hat damit die Service-Ehre Klagenfurts gerettet.
Nun aber zurück zum Sandwirth
Der Bring-Service war also mies. Aber wie war das Essen?
Ins Lokal hat uns also der Rotbarsch gelockt. Warum also länger warten, Kaffee, Apfelschorle und zweimal den Rotbarsch geordert. Aber es kam wie es kommen musste – “…was für ein Rotbarsch…?” “… na der auf der Tafel …” “… die draussen steht…” ein leicht genervtes Abschlürfen und Tafelsuchen, kurz danach “…der Rotbarsch ist das Mittagsmenü…” – “…steht nicht dran…” “…kann man sich aber denken…” “?”- ok – ich nicht. Also um die Ecke denken nicht vergessen! und eine Karte geben lassen.
Die neue Disposition ergab eine Maispoullarde mit Zubehör und einen Satz Schweinemedaillons ebenfalls mit Drumherum.
Da das essen frisch zubereitet wurde dauerte es ein Weilchen, was in meinen Augen allerdings POSITIV zu werten ist. Was nicht so gut war, war das die Medaillons ca. 10 Minuten vor dem Hänchen kamen. Egal.
Der Soko waren die Medaillons zu blutig, ich fand sie 1A, zart, rosa, lecker. Die Beilage war ok, war allerdings so durchschnittlich, dass ich mich nicht mehr daran erinnern kann
. Nun kam auch das Geflügel.
Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es nicht einfach ist, Die Keulen und das Bruststück GLEICHZEITIG auf den Punkt hinzubekommen. Leider war nur das Brustfleisch auf den Punkt saftig und zart. Die Keule war für meinen Geschmack eindeutig zu blutig und zäh, aber noch im Rahmen des Essbaren. Beilage wie vor
Der Gesamteindruck der Medaillons war für mich gut bis sehr gut. Bei der Poullarde würde ich nur ein gut vegeben wollen.
Der Kaffee war ausgezeichnet – allerdings war das Wasserglas dazu dreckig.
Auf den Nachtisch verzichteten wir auf Grund des exzellenten Services
Ich hatte keinen Bock auf irgendeinen Nervkram.
Zusammenfassend muss ich leider sagen, wenn der Sandwirth das beste Cafe der Landeshauptstadt ist, bin ich froh dass wir danach nicht mehr in Klagenfurt gegessen haben (ausser bei Mäcci). Ich denke aber das der Kuchen sehr lecker ist, denn die Kuchenauslage war SEHR vielversprechend aus. Geht also lieber auf ein Käffchen und Kuchen hin – statt auf ein warmes Abendessen.
Für alles Selbertester:
Hotel Sandwirth GmbH
A-9020 KlagenfurtPernhartgasse 9
T +43(0)463-56209
F +43(0)463-514322


(4,80 out of 5)
am 16. April 2007 um 17:04 Uhr
[...] Die Story mit der Apfelschorle gibt es hier: http://www.berlinerfresse.de/2007/04/16/klagenfurt-cafe... Tags: Anderswo Essen, Österreich, italienisch, Klagenfurt, servicewüste Warst du auch dort essen? Wie hat es dir gefallen? (1 Bewertungen, durchschnitt: 3 aus 5) Loading … [...]
am 16. April 2007 um 19:23 Uhr
Zu der netten Dame von Mäggi muß man sagen, daß es eine Schwarze war…
und zu der Sandwirth-Bedienung sei noch hinzuzufügen, daß sie unsere Tochter (1 Jahr alt) ermahnt hat, doch gefälligst leiser zu brabbeln.
Mein Essen sah gut aus, schmeckte mir aber bis auf die Dekopetersilie gar nicht. Das Fleisch war mir zu blutig, die Spätzle und die drei Möhrenstifte schwammen quasi im Fett. Das einzige was an gehobene Gastro erinnerte waren natürlich die Preise…