Berliner Fresse

UNI Pizzeria Klagenfurt, oder wieso man in Österreich italienisch isst

Anderswo Essen by Magenschmerzen am 13. April 2007

Nach langer Anreise, mit ordentlich Appetit und großem Hunger, kamen wir in Klagenfurt an. Zum Glück hatten wir in unserem Domizil Halbpension gebucht. Es sollte Abends österreichische Spezialitäten in einem Drei-Gänge Menu geben. Meine Vorfreude war nahezu grenzenlos.

Mein Drei-Gänge Menü vor Augen, verzichtete ich auf einen Abstecher zu den reichlich am Straßenrand lockenden Alternativen. Endlich angekommen, dann der GAU. „Ja stimmt Sie hatten Halbpension“ … „aber wir kochen erst ab 10 Personen“ .. aha … grummel …“wir wussten das Sie nur zu Zweit plus Kind kommen, aber irgendwo im Kleingedruckten, Seite 27, irgendwo da steht es doch“ Aha. Ich Idiot – mal wieder das Kleingedruckte nicht gelesen! *)

Ok – und wo gibt es was zu Essen – „Uni Pizzeria“ gleich uim die Ecke.

Alles klar. Ich das erste mal in Österreich und dann gleich Pizzeria – unter landestypischer Küche hab ich mir was anderes vorgestellt.Es blieb aber keine Wahl, und so landeten wir in der Uni-Pizzeria Klagenfurt.

Das Ambiente hat mich sehr stark an „Schnitzelkönig“ und „Kartoffelhaus“ erinnert. Konzeptionell wurde das ganze aber noch mit einem Miami-Style Baldachin, inklusive festmontiertem Gästebuchständer, vor dem Eingang „aufgepeppt“ :-)

Der Kellner war extrem unterkühlt (erst dachte ich typisch italienisch – später stellte sich aber heraus, typisch österreichisch). In der Nachbetrachtung bin ich auch sehr milde mit unserem Kellner, da ich feststellte, dass Österreich offensichtlich NICHT sehr gastfreundlich ist.

Mein “vorneweg-Kaffee” war sehr gut und auch die Apfelschorle (diese muss hier erwähnt werden, weil sie noch Bedeutung haben wird), war auch gut.

Ich entschied mich für eine Pizza Rusticana, bestehend aus Tomaten, Mozzarella, Speck und Zwiebeln. Die Soko griff beherzt bei Tagliatelle mit Lachs und Blattspinat zu.

Die Pizza war Wagenrad groß und ausgesprochen würzig, fast ein wenig salzig, aber sehr lecker, Der Speck harmonierte sehr gut mit den übrigen Zutaten. Der Teig war schön dünn und knusprig. Tagliatelle mit Lachs sind zwar überhaupt nicht mein Ding, ich probierte dennoch und war auch hier sehr positiv überrascht. Eine kurze Rücksprache mit der Soko bestätigte meinen guten Eindruck.
Kleiner Kaffee, eine Cola und eine Apfelschorle später, waren wir fertig und zahlten. Als versöhnlichen Abschluß, taute der Kelnner auch noch etwas auf (vielleicht lags am Trinkgeld) und wir verließen die rauchige Stube.

Fazit: Wenn man in Klagenfurt, Österreich Bock auf Pizza und Nudeln hat, kann man hingehen.

Bedingt für Familien mit Kindern geeignet , da zu verraucht. Kinderstühle waren aber vorhanden.

PS 1: Das ganze Lokal in einem hellen, netten Ambiente würde sicher dreimal mehr Spaß machen, als so eine braune „Holzhölle“ – aber wir wollte ja Essen und uns nicht Sattsehen.
Wer probieren möchte:
UNI Pizzeria Klagenfurt
Universitätsstraße 33
A-9020 Klagenfurt

Website

*) Die Lokation war so schlecht, dass ich sie nicht einmal mit negativer Werbung belohnen möchte. Das schlecht bezieht sich jetzt dabei nicht auf dreckige Zimmer o.ä., sondern auf den extrem grenzdebilen Chef der an Dummheit kaum zu überbieten war – und der mich, zu einem leichten Anfall ausbrechen ließ, was mir die Soko im Anschluss an mein „Gespräch“ mit dem „Chef“ leicht verstört mitteilte. Wäre unser Flieger nicht in einer Stunde gegangen …

Die Story mit der Apfelschorle gibt es hier:

http://www.berlinerfresse.de/2007/04/16/klagenfurt-cafe-sandwirth-oder-das-beste-cafe-der-landeshauptstadt-stellt-sich-vor/

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3 Kommentare zu 'UNI Pizzeria Klagenfurt, oder wieso man in Österreich italienisch isst'

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  1. Berliner Fresse » Klagenfurt, Cafe Sandwirth, oder das beste Café der Landeshauptstadt stellt sich vor … sagte,

    am 16. April 2007 um 17:02 Uhr

    [...] Und da war sie wieder – die Kellnerin – und damit die Servicewüste Österreich. [...]

  2. Fips sagte,

    am 30. Oktober 2007 um 11:22 Uhr

    Hihi! Da muss ich wohl als Klagenfurter Aufklärung leisten: Ihr wart aber auch in der – mit Abstand – unfreundlichsten Pizzeria im Umkreis. Das Essen ist S-U-P-E-R, aber der Service ist, wie im Bericht erwähnt, unter aller Sau.
    Leider ist die “Servicewüste” kein einzelnes Phänomen sondern bitterer Alltag in Österreich :( Es gibt nur eine handvoll Lokale, in denen der Service passt.

  3. hoteljobs-blog» Blogarchiv » Warten bis der Arzt kommt … sagte,

    am 30. März 2010 um 21:03 Uhr

    [...] schnell ein Plätzchen gefunden, nur das liebe Service hatte es wieder einmal in sich! Obwohl weder Österreich noch Deutschland wirkliche Servicewüsten sind – ich hab im Ausland schon ganz anderes gesehen! [...]

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