Berliner Fresse

Oki – Japanische trifft Norddeutsche Küche

Abgelegt unter Essen in Berlin by soph am 23. November 2006

Diese Woche ging es ins Oki in der Oderberger Straße 23, in der Berliner Fachpresse zum Thema Essen (Zitty, Tip) wurde das Restaurant sehr gelobt. Wie zu erwarten sollte man im allgemeinen immer sehr vorsichtig sein, wenn Kritiker etwas toll finden. Trotz Überlegungen gleich wieder zu gehen, sind wir geblieben und haben leckeres Essen in kleinen Portionen zu hohen Preisen bekommen. Was will man mehr.

Die Karte

Wie im Kastanienkiez zu erwarten, nehmen sich die Restaurantbesitzer wieder einmal viel zu ernst. Die Vorspeisen fangen bei € 6,50 an, die Hauptgerichte bei € 11,50 und liegen im Durchschnitt bei € 15. Während einer 15 minütigen Pause haben wir uns dazu entschieden trotz der moderaten Preise zu bleiben. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nicht in die Getränkekarte geschaut, sonst hätte ich wahrscheinlich ein Veto eingereicht.

Da das Restaurant natürlich nur auf Kulinarische Hochgenüsse ausgelegt ist, ist es natürlich selbstverständlich, dass die normalen Softdrinks komplett aus dem Programm verbannt wurden. Da sieht man doch, dass es in Deutschland wieder Bergauf geht, wenn man als Restaurant wieder so Arogant sein kann und dem Kunden vorschreibt was er zu trinken hat.

Als Gerichte gab es z.B. Sashimi, verschiedene Mischgerichte (z.B. Rote Bete mit Gemüse und Reis (11,50); Roastbeef mit Chinakohl, verschiedenem Gemüse und Reis(18,50); Putenbrust mit Chinakohl, verschiedenem Gemüse und Reis (17,50)) Alles eher Extravagant, aber durchaus interessant beim lesen.

Das Restaurant

Das Restaurant ist eher schlicht eingerichtet, ein bissel japanisch und ein bissel Imbissstube. In der offenen Küche wuselten mindestens 3 Mitarbeiter hektisch durch die Gegend, das Geschehen sah aber immer sehr profesionell aus. Es gab eine Hauptkellnerin und eine französische Aushilfe namens Ludowig die anscheinend angelernt wurde. Ludowig hatte entweder seinen ersten Tag, ist verwandt mit einem der anderen Mitarbeiter oder hat einfach Glück, dass die Inhaber soviel Geduld haben, sich solange mit jemanden, der offensichtlich absolut nicht für den Beruf des Kellners geeignet ist, abzugeben. Auch sollte man sich überlegen, ob ein grauer Wollpulli aus guter “ich kratz dir die Arme auf”-Kunststoff-Wolle, der aussieht als ob man ihn seit 2 Wochen durchgängig trägt, wirklich das passende für einen Mitarbeiter in einem Restaurant ist.

Das Essen

Die Vorspeisen waren sehr unterschiedlich, die Suppen wurden in kleineren Untertassen serviert. Was natürlich bei einer Schaumsuppe den Eindruck von Luft noch mehr verstärkte. Das Sashimi, welches es in einer kleinen Ausführung für 14,50 und einer großen für 18,50 gab, war sehr lecker. Bei allen Speisen wurde aber die kulinarische Verhältnisgleichung “um so teurer um so kleiner die Portion” entsprechend angewendet. Man muss beim Sashimi allerdings eingestehen, dass der rohe Fisch sehr gut geschmeckt hat und wirklich mehr als Frisch war.

Fazit

Das Essen an sich hat sehr gut geschmeckt, die Portionen waren aber viel zu klein für den gehobenen Preis. Die Kellnerin war teilweise ein wenig überfordert sich einige unserer Bestellungen zu merken, ansonsten wäre die Schaumsuppe gar nicht erst auf unserem Tisch gelandet. Die nicht vorhandenen Softdrinks finde ich im Nachhinein noch immer mehr als inakzeptabel. Man kann über Cola, Fanta und Sprite denken wie man will, aber wenn der Kunde der Meinung ist, sich die ungesunde Flüssigkeit rein schütten zu wollen, dann bin ich der Meinung das er diese auch bekommen soll.

Alles in allem ist dieses Restaurant ziemlich passend im Oderberger/Kastanienkiez. Für die Riege an zugezogenen Berliner, die viel Geld für unsanierte Wohnungen bezahlen ist dieses Restaurant sicherlich eine gute Adresse. Endlich hat mein ein Restaurant im Kiez in das man seine ganzen guten Freunde mal führen kann um ihnen richtig zu zeigen, dass man sich total gut auskennt. Und für die Süddeutschen unter den Zugezogenen sind jetzt endlich nicht nur die Mieten wie zu Hause.

Ich persönlich werde in dieses Restaurant nie wieder gehen, ich weiß einfach besseres mit meinem Geld anzufangen.
Oki
Oderberger Straße 23
10435 Berlin – Prenzlauer Berg

030/49853130

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3 Kommentare zu 'Oki – Japanische trifft Norddeutsche Küche'

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  1. immer-hungrig sagte,

    am 23. November 2006 um 13:36 Uhr

    Jetzt kann es losgehen. Nachdem wir gestern Abend wieder so ein merkwürdiges, kulinarisches Erlebnis hatten, ist meine Entscheidung gefallen. Ich schreibe auch was zu unseren regelmäßigen Restaurantbesuchen in Berlin.

    Im Großen und Ganzen ist zum OKI alles gesagt. In den oben angesprochenen ZITTY- & TIP-Kritiken wird von teilweise norddeutscher Küche geschrieben. Gestern Abend war von dieser nicht viel zu schmecken – es gab halt auch Fisch. Dieser war aber eher experimentell/asiatisch zubereitet. Wer das mag, sollte mal ins OKI gehen.

    An der Eingangstür klebten viele Hinweise auf das gute Essen im OKI. Keine Ahnung ob der Koch das wo anders zubereitet hat, aber mit dem Team/Lokal gestern Abend kann er das Lob nicht geerntet haben. Meine Essstäbchen waren ganz oll und abgeknabbert. Das Sakeschälchen war am Rand angeschlagen und Herr L. mit seinem Outfit wirklich sehr neben der Spur.

    Mir persönlich war die Schrift an der Wandkarte – deren Konstruktion mir sehr gefallen hat – entweder zu klein oder zu verspiel.- kann man sich jetzt aussuchen. Wichtig! Es gibt für die Auswahl der Speisen nur die Wandkarte.

    Es sind im OKI meiner Meinung nach keine “Moderate Preise” gewesen. Die Bundeshauptstadt ist im Moment sicher für viele – auch der oben schon angesprochenen “Zugezogenen” noch sehr billigen. Da wir in diesem Kreis jede Woche einmal zum Essen gehen, bilde ich mir ein, die Preise in Mitte, Prenzlauer Berg und Friedrichshain gut einschätzen zu können. Mein Rating zu

    Preis und Leistung
    4/10 / 4/10

    Fazit:
    Das Beste war für mich gestern das Dessert: Schokotorte mit Portwein 5,50 € und 8 von 10 Geschmackspunkten plus weiße Schokolade. Das vegetarische Gericht 11,50 war ok, für mich etwas wenig. Die Vorspeise – Kartoffelschaumsuppe 5,50 € – hat schon deswegen nicht mehr so richtig geschmeckt, weil ich erstens nur 1 cm Suppe auf dem Teller und
    zweitens eine andere Suppe bestellt hatte.

    Alles in allem nichts, was man nicht verbessern könnte.

    Bis bald und guten Hunger!

  2. Magenschwerzen sagte,

    am 23. November 2006 um 16:52 Uhr

    Na zum Glück hatte ich gestern Magenschmerzen ;-) und fiel aus

  3. i.winker-rölke sagte,

    am 11. Dezember 2006 um 22:09 Uhr

    wir waren sehr enttäuscht: wir hatten einen tisch für 6 personen vorbestellt.an dem langen schmalen tisch saß man dann so, dass man sich eigentlich nicht gemeinsam unterhalten konnte. es war viel zu laut. liegt wahrscheinlich an der sehr ungünstigen akustik.
    dann haben wir zwei!! stunden auf unser essen gewartet. zwischendurch gabs keine erklärung, warum es so lange dauerte. das essen war mäßig, zu jedem gericht gabs z.b.das gleiche gemüse. hätten wir aber bei prompter bedienung noch hingenommen. das dicke ende kam dann zum schluss. als wir dem chef sagen wollten, wie enttäuscht wir waren, ist der richtig patzig geworden. keine erklärung, keine entschuldigung.
    fazit: nicht empfehlenswert

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